Heute ist AFRIKA das Thema bei den Stoffspielereien. Hm, da muss ich ja mitmachen und nutze die Gelegenheit einige meiner älteren Arbeiten zu zeigen, die in meiner "Afrikazeit" entstanden sind.
Ich habe mit meiner Familie von 1996 bis 1999 in Lesotho gelebt und gearbeitet und von 2001-2005 in Südafrika. In dieser Zeit sind wir viel im südlichen Afrika gereist. Zuletzt war ich im letzten Jahr in der Region und habe meinen Mann ein Stück auf seiner Afrikareise auf dem Motorrad begleitet.
Hier habe ich kurz berichtet. Und die nächste Reise ist auch schon wieder in der Vorbereitung. Das Motorrad ruft schon.
Afrika ist immer noch ein Teil unseres Lebens und gerade ist der Sohn wieder auf dem Sprung nach Westafrika, wo er für eine deutsche NGO eine Weile arbeiten wird.
Ich hatte großes Glück und bin während der Zeit in Lesotho zuerst mit Patchwork, dann aber ganz schnell mit Textilkunst in Berührung gekommen. Und als wir dann an die Ostküste nach Südafrika gezogen sind, war ich im Paradies und Mekka der tollen Textilkünstlerinnen angekommen. Schnell wurde ich Mitglied der Gruppe Fibreworks, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Textilkunst einem breiteren Publikum bekannt zu machen und regelmäßige Ausstellungen in Galerien und auf Quiltfestivals zu zeigen. In 2004 haben wir die Ausstellung Major Minors nach Deutschland gebracht und in München bei Quiltettextilkunst ausgestellt.
Nach der Rückkehr habe ich noch lange versucht, meine Eindrücke und mein Heimweh textil zu verarbeiten.
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| African Landscape |
Afrikanische Landschaft. Stoffcollage, handbestickt.
Pflanzen , Applikation
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| Imithi - In praise of the trees |
Einheimische Baumarten, entstanden im Rahmen eines BOM, Handapplikation
Tiere
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| Jungle Lion |
Aber auch Themen wie Witchcraft - Zauberkräfte
Das hat mich sehr bewegt. Ich habe im ländlichen Raum gearbeitet, aber auch mit Menschen in der Stadt. Aber letztendlich glaubten alle ganz stark an Zauberkräfte, unabhängig welcher Konfession sie angehörten oder welchen Bildungsstand sie hatten. Jeder Schicksalsschlag, jedes unerklärbare Ereignis wurde den Ahnen oder Zauberen zugeordnet. Das machte vieles sicherlich erklärbarer oder erträglicher, aber es enthob auch der Verantwortung. Man musste sich keine großen Gedanken machen, wieso ist das jetzt so und wie hätte man es verhindern können, bzw. was kann man ändern, um es beim nächsten Mal anders oder besser zu machen.
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| Bewitched |
Afrika ist für viele sicherlich erstmal tolle Landschaft, exotische Pflanzen und eine reichhaltige Tierwelt. Für andere sehr problembehaftet und wird mit Armut und Ungleichheit sowie Korruption in Verbindung gebracht.
Man findet große Armut und unvorstellbaren Reichtum, hohe Kriminalität, aber auch vor allem ganz normale Menschen mit einem normalen Alltag.
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| Valley of the 1000 hills |
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| Durban beach front |
Das zeigt die Gegensätze. Andererseits wurde landwirtschaftliche Beratung damals schon, auch in ländlichen Gebieten, per Handy und SMS durchgeführt. In vielen Dingen war oder ist man dort viel weiter, auf anderen Ebenen zurück. Es gibt nicht Afrika. Sondern ganz viele Facetten. Dieser Quilt heisst "Gegensätze" und hat genau das zum Thema, aber auch den Gegensatz Südliches Afrika - Deutschland.
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| Gegensätze III |
Das dunke und graue überdeckt langsam die Helle und Freudigkeit Afrikas. So fühlte sich unser Sohn, als er mit 16 Jahren nach Deutschland umziehen musste. Textilcollage, Hand- und Maschinenbestickt und gequiltet.
Gerne haben wir mit Freunden die Wochenenden in Zululand am Ufer des Tugela Fluss verbracht. Auch davon ist ein Quilt entstanden.
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| Msinga |
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| Tugela |
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| Tugela shores |
Afrika ist eine Herausforderung. Je nach dem wo man ist. Ich habe so viel gelernt dort und hoffe, dass ich mir auch vieles "rübergerettet" habe. Ich brauche nicht höher, weiter, schneller. Ich habe gelernt, sich hinzusetzten und sich an dem zu freuen was man hat. Ich habe eine andere Einstellung zur Zeit erfahren dürfen. Aussage eines schwarzen Kollegen: " Ihr Deutschen seid schon komisch. Ihr meint ein Meeting müsse beginnen, nur weil die Zeiger einer Uhr eine bestimmte Position einnehmen. Das macht doch gar keinen Sinn. Das Meeting kann doch erst beginnen, wenn alle Leute da sind." Ja, es ist alles eine Frage der Perspektive. Das hilft mir heute sehr in meinem Job mit internatioalen Studierenden. Sie bringen alle verschiedene Erfahrungen und Perspektiven mit. Und es ist es wert, seine eigenen mal zu hinterfragen und eine andere Perspektive einzunehmen.
Auch fand ich interessant, dass die Schwarzen uns Weiße auch nur schwer auseinander halten können. Für sie sehen Weiße alle gleich aus. Verrückt, oder????
Gabi sammelt und verlinkt diesen Monat auf ihren Blog Made with Blümchen
https://www.madewithbluemchen.at/, alle Beiträge zum Thema AFRIKA.
Vielen Dank für das Thema liebe Gabi. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, in alten Fotos zu stöbern und einige Beispiele herauszusuchen.
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und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“
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