Mittwoch, 7. November 2018

Eco Printing - das volle Programm

Jetzt ist es schon zwei (2!!!) Jahre her, dass ich meine letzten Ecoprinting - Versuche gemacht habe. Verrückt. Das hätte ich  - gefühlt -  nicht gedacht. Damals habe ich mit dem Buch von Brunhilde Scheidmeier und Fritz Jeromin gedruckt und jetzt die Gelegenheit genutzt auch mal den Kurs "Ecoprint das volle Programm mit Rosten" in Speyer bei den beiden zu besuchen.


Was für ein tolles Wochenende ich da hatte und wir haben soviel gelernt:
  • Rostfärbungen auf Baumwolle, Tray Dyeing Techniken mit Eisenpulver und Gerbstoffen


So sieht es anschließend aus. Könnte eine tolle Färbung für ein Kleid sein.
  • Eco Print mit Materialkunde zu Gerbstoffen und Beizen von Fritz Jeromin und praktischen Übungen mit Brunhilde
  • Eco Print mit Eukalyptus, Ahorn und Kastanie auf Wolle und Seide und auf Snappap
Snappap

  • Eco Print auf Papier und im Einmachglas
Papier mit Blauholz bestrichen

Das Papier wurde mit Blauholz bepinselt und anschließend mit eingerollt. Der Abdruck ist dann sowohl auf dem Papier als auch auf dem Stoff.


Hier wird ein riesiges Stoffstück, ich habe Wolletamin genommen, das mit verschiedenen Blättern in ein ganz normales Einmalglas gestopft wird. Anschließend werden Blauholzlösung oder verschiedene Gerbstöffe hinzugefügt. Das Ergebnis bleibt spannend. Meines war dann erstmal nciht so toll. Ich habe es mit Ahornblättern nochmal gedämpft und danach hat brunhilde es nochmal einfach in den Topf mit der Blauholzküpe geworfen und mitgekocht. Es wurde anders, nicht unbedingt besser.
  • Überfärben von weniger gelungenen Eco Prints




Die Kursleiter Brunhilde und Fritz haben ihr riesen Färbewissenmit mit uns geteilt. Ihnen war immer wichtig, dass wir die Zusammenhänge verstehen und umsetzten können.Vielen Dank dafür.
Gerostet habe ich auch früher schon und dafür alle möglichen rostigen Gegenstände gesammenlt. Jetzt habe ich eine noch einfachere Variante gelernt: Färben mit Eisenpulver bzw. Eisenlösung und Lösungen aus Gerbstoffen. Wir haben mit Gerbstofflösungen aus Gallapfel, Granatapfel und Catechu gearbeitet. Der Stoff wird mit Essigwasser angefeuchtet, dann gefaltet, geknüddelt,  gerollt oder, oder oder ... und in einer flachen Schale ausgelegt. Danach mit der Gerbstofflösung weiterbehandelt. Dadurch erzielt man unterschiedliche Färbungen. Oder man streut direkt Eisenpulver auf die Oberfläche, hält das Ganze einigermaßen feucht und wartet - Stunden oder auch über Nacht.  Danach gründlich Auswaschen, damit der Rost nicht weiter an dem Stoff arbeiten kann.  Die Gerbstoffe (dazu zählen auch Tee und Kaffee) müssen nicht dampffixiert werden. Man kann komplett kalt arbeiten.

Anschließend kann man dann weiter mit der ecoprinten mit Dampf. Hier mit Ahornblättern.

Oder hier habe ich Zwiebelringe mit eingebunden. Das Ergebnis gefällt mir super gut.



Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von meinen Druck und Färbeerfahrugen. Die weiteren Schals, Stoffstücke und ein Cacheur sind zwar schon ausgepackt, trocknen aber noch und hängen gut ab. Ein weiterer Bericht wird noch folgen.

Es war ein ganz toller Kurs (Werbung ohne Auftrag). Es waren vier intensive Tage mit anderen färbebegeisterten Frauen und zwei tollen Kursleitern. Vielen Dank Brunhilde und Fritz.

Dienstag, 16. Oktober 2018

Abschiednehmen im Herbst - bereit sein für Neues

Ich komme gar nicht mehr hinterher zu berichten, so viel passiert, die Zeit rast, es ist was los. Und das Beste ist das herrliche Herbstwetter. Der Nachteil ist, dass ich gerade keine Zeit für nix habe. Außer vielleicht kleine Instaposts.

Aber jetzt ist doch noch  ein kleiner entstanden.

Es ist gerade Semesterbeginn und ich bin viel unterwegs mit den neuen Studierenden aus aller Welt. 
Eine kleine Pause habe ich mir am Wochenende gegönnt und mich auf dem Hofgut Sickenberg mit lieben Gästen getroffen, die Lust und Zeit hatten meine derzeitige Ausstellung dort anzuschauen und einen schönen Nachmittag in einem herrlichen Ambiente im Sonnenschein zu verbringen. Hier habe ich die Ausstellung schon mal angekündigt.












Leider bin ich gerade nicht so gut fotografisch ungterwegs, aber hier bei Ulrike auf ihrem Blog ulkau kann man ihren tollen Bericht dazu lesen. Das Ulrike gekommen ist hat mich sehr gefreut, hat sie doch eine längere Anfahrt. Wir haben uns im August zum erstenmal in Besenhausen getroffen und uns gemeinsam die Ausstellung von LISA (strohzugoldlisa) angeschaut. Hier hat Ulrike auch darüber ganz toll berichtet.

Hier ein paar nachträgliche Bilder aus Besenhausen - einfach nur um die Stimmung einzufangen:




Gestern war ich bei einer Lesung von Christine Westermann zum Thema "Abschied". Das hat mich wieder sehr angepickst.




Es geht nicht nur um den Abschied durch Tod, auch darum, sich von Gewohnheiten oder Lebenssituationen zu verabschieden, oder sich von Konventionen zu befreien.   JAAAAA. Genau das ist es. Ab und zu muss man mal Abschied nehmen und mal entrümpeln. Auch in den Gedanken muss man mal putzen und einfach mal loslassen. Das mache ich gerade und es fühlt sich so gut  an.

Kein Druck. Einfach laufen lassen. Irgendwann entsteht wieder etwas Neues. Der Humor von Christine Westermann ist auch unser Humor. Der Mann und ich sind dann noch lange durch die Altstadt gebummelt und haben erzählt, gelacht und geschmunzelt.



Sonntag, 30. September 2018

Stoffspielereien Streifen

Die Sommerpause ist vorbei und die Stoffspielereien gehen in eine neue Runde. Diesmal zum Thema Streifen. Dies habe ich zum Anlass genommen, endlich mal gegen meine Stoffberge anzuarbeiten.



Dafür wurden die Stoffe in Streifen geschnitten und zu einem ganz langen Streifen aneinandergenäht.


Ich habe dieses Konzept auf Pinterest gefunden. Es ist eine Methode, sogenannte Jelly Rolls (das sind schon zugeschnittene Streifen, die man fertig kaufen kann) zu verwenden. Ich habe mich immer gefragt, was man mit solchen Paketen macht. Man kann sie für teuer Geld farbkodiert auf Quiltveranstaltungen kaufen. Dann gibt es Leute die werben auf Youtube mit dieser Methode und wollen eine Anleitung verkaufen. Titel: Näh ein Quilttop in nur 40 Minuten. In den USA wird alles derart aufgebauscht und als Sensation  zu Geld gemacht. Dabei macht man nichts anderes als  2,5" (5cm) breite Stoffstreifen zu einem langen Streifen von 1600" (64 m) aneinanderzunähen. Diesen Streifen faltet man  halb und näht ihn zusammen. Am Ende schneidet man ihn durch und näht die beiden Teile wieder zusammen und so weiter bis man am Ende ein Quiltop hat. Das Streifen schneiden und den langen Streifen nähen, darf man nicht rechnen, aber auch sonst habe ich es nicht in 40 Minuten geschafft, sondern in 2 Stunden für das Top. Alles zusammen (Streifen schneiden, aneinander nähen, zusammennähen) schafft man aber gut in einem  einem Tag. Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht. Zuerst habe ich Streifen in offwhite und beige Tönen geschnitten. Unser Draußensofa brauchte ein neues Sommerkleid.  Hier habe ich darüber schon mal berichtet.

In der Online-Suche findet man Beispiele für diese Quilts auch unter Lasagne-Quilts. Warum auch immer dieser Name.

Die Streifen nähe ich im 45०-Winkel aneinander. Das gibt schöne Übergänge. Aber es gibt auch andere Variationen. Z.B. näht man sie stumpf aneinander mit einem farblich abgesetzten Quadrat dazwischen.....






Und was mache ich mit den Dreiecken, die hier als Abschnitte anfallen???????? Eigentlich zu schade zum Wegwerfen. Stay tuned. Demnächst an diesem Ort.....



Dann vom Virus infiziert ging es weiter mit Gelb- und Blautönen.










Hier ist das Top fertig und muss noch  weiter verarbeitet werden.



Für einen weiteren Quilt in Braun- und Blautönen sind auch die ersten Streifen schon geschnitten.

Das sind SweSwe-Stoffe aus Lesotho. Ebenfalls gut abgelagert und endlich für die Verarbeitung freigegeben. Ich weiß auch schon wer diesen Quilt bekommen wird.

Es war eine herrliche Arbeit über den Sommer, dabei  konnte ich ohne groß nachzudenken immer mal zwischendurch auch in der Hitze arbeiten. Es hat etwas sehr Meditatives. Auch das Spiel mit den Farbkombinationen ist spannend. Man kann sicherlich Einfluss nehmen auf den Fabverlauf oder die Wirkung der Streifen. Das ist meine nächste Herausforderung.

Jedes Jahr nehme ich mir vor, meine Stoffberge abzubauen und Gebrauchsquilts zu nähen, die man lieben Menschen mitbringen und schenken kann. Jetzt ist der Anfang gemacht und ich habe schon Adaptionen im Sinn, wie es weitergeht.

Hier geht es zum Blog 123-Nadelei, zu Ute, die heute die Stoffspielereien sammelt. Vielen Dank für das Thema, das soviel Potential hat.

Die Stoffspielereien

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Die nächsten Termine:

28.10.2018: „Seide“ bei Siebensachen
25.11.2018: (Thema noch nicht fix) bei Nähzimmerplaudereien
Dezember: Weihnachtspause
27.01.2019: Ich war einmal... (Upcycling Projekt) bei Textile Werke
24.02.2019: „Farbverläufe“ bei Schnitt für Schnitt
31.03.2019: „Geometrie“ bei Feuerwerk by Kaze

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findet Ihr bei „Siebensachen zum Selbermachen“. Meine Beiträge zu den Stoffspielereien sind hier versammelt.



Samstag, 29. September 2018

Ausstellungsankündigung


Im Monat Oktober stelle ich Textile Miniaturen in der Gallerie des Hofcafés in Sickenberg aus (Thüringen). Vielleicht ist ja jemand in der Nähe und möchte bei Kaffee und lecker Kuchen meine ARTquilts anschauen. Am Samstag, den 13.10.2018 bin ich auch selbst vor Ort.


Ausstellung

ARTquilts
Ute Gilles
  
3.-28.10.18

Hofcafé
Sickenberg

Eintritt frei

Dienstag, 25. September 2018

Kleine Teekunde zum Mustermittwoch

Stoffcollagen für die Dienstreise.
Da wieder eine längere Dienstreise mit Bahn und Flieger anstand, habe ich mir Stoffcollagen vorbereitet, die ich unterwegs besticken wollte.




Die Collagen sind aus Stoff- und Spitzenresten sowie aufgeschnittenen und entleerten Teebeuteln aufgebaut und lose mit Maschinenstichen fixiert.

Dabei hat mich natürlich wieder die Vielfalt der Teebeutel erstaunt, von Papier über Stoff bis zu Organza. Ich war schon gespannt, was ich auf der Reise für Teebeutel finden würde.



Es ging nach Italien zum Abschlusstreffen eines EU-Projektes und im Anschluss nach Turin zu Terra Madre und dem Salone del Gusto. Aber ich habe hier voll dem Kaffeegenuss gefrönt. Tee hatte im Lande des Expresso und Capucchino keine Chance, obwohl ich zuhause doch sehr viel Tee trinke. Klassischen English Breakfast Tea mit Milch und Zucker zum Frühstück und abends Kräutertees, die ich mir frisch aus dem Garten hole oder im Winter getrocknete.

Hier eine Auswahl.



Sehr schöne Muster macht der Roibostee, den ich mir immer aus Südafrika mitbringe, Oder der gelbe Beutel des neuen Chai Latte von einer beliebten Teemarke die auch einen Entspannungssport propagiert.

Da ich ja so eine notorische Sammlerin bin, konnte ich auch die Bändel nicht einfach wegwerfen und habe sie miteingebaut. Außerdem kam noch ein Stück Kordel und ein Spitzenrest zum Einsatz. Fixiert habe ich es mit einem Kunststoffgemüsenetz, das aufgebügelt wird und anschließend wird alles grob mit der Maschine zusammengenäht.








Unterwegs habe ich dann die kleinen Collagen mit stilisierten Teeblättern und -blüten bestickt. Bei uns am Fachbereich gibt es ein Gewächshaus für tropische und subtropische Nutzpflanzen und darin die kleinste Teeplantage Deutschlands.



Da musste ich natürlich hin, um gleich Studien am Objekt zu machen. Camellia sinensis L.





Geerntet werden nur die beiden ersten Blätter. Die unterschiedliche Weiterverarbeitung des Tees führt dann zu den unterschiedlichen Sorten, Weißtee, Grüntee, Schwarztee. Je nach Sorte und Anbaugebiete unterscheiden sich die Aromen.

Sehr schön sehen die kleinen weißen Blüten mit ihren gelben Blütenkelchen aus. Leider gibt es die aber zurzeit nicht im Gewächshaus zu sehen.

Die Collage wurde in 8 kleine Teile geschnitten und auf manche per Maschine frei Teeblätter aufgestickt  und mit auf die Reise genommen.








Da ist noch eine Menge dran zu tun. Ich freue mich schon auf die Abende am Ofen mit einem leckerenTee und einer Stickerei.

Und jetzt geht es ab zu Michaela's  Mustermittwoch auf ihrem Blog Müllerin Art.

Außerdem verlinkt bei Handgestickt-Linkparty von madewithbluemchen.