Sonntag, 25. Juni 2017

Schwarz-Weiß: Stoffspielerei im Juni



Heute lädt Lucy von Nahtzugabe zur monatlichen Stoffspielerei zum Thema Schwarz-Weiß ein, eine Aktion für textile Experimente, die immer am letzten Sonntag im Monat gezeigt wird. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Auch misslungene Versuche sind gern gesehen, als  Erfahrungsaustausch, weil - man lernt am meisten durch Fehler.
Ich habe mich Schwarz-Weiß mittels Maschinenstickerei genähert. Schon seit einiger Zeit experimentiere ich mit Mull. Dabei habe ich weißen Mull mit weißem Garn freihand bestickt.



Aber durch das Thema der Stoffspielerei in diesem Monat stellte sich mir die Frage, wie sieht die Stickerei auf weißem Grund mit anderen Farben z. B. schwarz aus? (ja, Schwarz ist keine Farbe…) welchen Effekt hat das?

Zum Experimentieren nehme ich einfaches Mull, z. B. aus dem Verbandskasten.




Den Stoff spanne ich in einen Stickrahmen.

Dann wird der Transporteur versenkt. Dazu muss ich an meiner Maschine hinten einen Knopf eindrücken.
Hier kann man sehen, das der Transporteur unten ist. Er bleibt auch während des Stickens unten und der Stickrahmen muss dann händisch bewegt werden. Das macht mir riesigen Spaß und ist absolut meditativ.


Ich habe einen neuen Stickfuß. Nachdem mein alter mit der Plastiköse mehrfach gerissen war. (Das passiert, wenn man schneller lenkt als Gas gibt, wenn dann die Nadel durch den mechanischen Druck auf den Fuß auftrifft  -- und dann auch meistens abbricht 😊). Ich hatte mich für einen Metallfuß mit offener Öse entschieden. Für diese Art der Stickerei ist es ok. Aber wenn ich mehrere Lagen aufbaue, bleibt die Öffnung oft hängen. Das ist etwas lästig, kann aber mit einer weiteren Lage Chiffon behoben werden.



Von dem Ergebnis der scharzen Stickerei auf weißem Grund bin ich nicht so überzeugt, das ist wohl noch ausbaufähig.



Heute sammelt Lucy von Nahtzugabe alle Beiträge zur Stoffspielerei.

Im Juli und August  2017 ist Sommerpause
Weitere Themen in Planung sind bisher:
24. September 2017: Von der Natur inspiriert (Siebensachen)
27. Oktober 2017: Fäden auf Farbe (Ute – 123-Nadelei)

Donnerstag, 15. Juni 2017

Internationale Kunst – die documenta 14 ist eröffnet



Es ist wieder Documenta in Kassel.   


Schon seit Wochen werden Kunstwerke in der Stadt aufgebaut. Die Stimmung und Atmosphäre ändert sich während dieser Zeit sehr.  Ich selbst habe über die Documenta einen Zugang zu Kassel gefunden. Seit fast 30 Jahren lebe ich nun (mit Unterbrechungen) in Nordhessen. Bis 2007 war ich in dieser Zeit nur einmal in Kassel. Anfang der 90ger. Ich bin kein Großstadtmensch und mit zwei kleinen Kindern im Schlepp habe ich diesen Besuch in keiner guten Erinnerung. Dann kam die Documenta12. Ich war hin und weg vom Charme dieser Stadt. OK. Die Stadt hat ihr Gesicht in dieser Zeit auch sehr verändert. Ein guter Freund hat mir gesagt, Kassel muss man sich erarbeiten. Das stimmt. Heute mag ich diese Stadt sehr, ihre Vielfalt. Hier liegt vieles so dicht beieinander. Die geschäftige Innenstadt, an die gleich die wunderschöne Karlsaue anschließt. Manche  Ecken erinnern mich an meine Zeit im Mittleren Osten. Andere haben den Charme  und den Lifstyle von Durban. Der Bergpark mit den Wasserspielen spiegelt eine gewisse Ruhe, aber auch Exentrik wieder. Ich liebe den internationalen Flair und die Geschäftigkeit. 

Aber wenn es Documenta hat, ist die Stimmung unvergleichlich. So war ich in dieser Woche auch wieder Documentaluft schnuppern. Ich taste mich langsam heran. 


Vorbei an dem Fremdlinge und Flüchtlinge Monument in Form eines Obelisken von Olu Oguibe auf dem Königsplatz, der sich hier sehr gut einfügt und einem das Gefühl vermittelt, dass er schon immer da war. Mit der Aufschrift "Ich war ein Fremder und du hast mich aufgenommen" in 4 Sprachen appelliert dieses Werk an das Fürsorgeprinzip von uns allen. Weiter zum Friedrichsplatz. Hier gibt es gleich mehrere Kunstwerke im Öffentlichen Raum zu sehen. Schon seit Wochen steigt weißer Rauch aus dem Zwehrenturm und sorgte für Aufregung.



Die argentinische Konzeptünstlerin Marta Minujin hat eine Neuauflage ihres Parthenon der Bücher errichten lassen. Er hat die gleiche Größe wie sein Pendant in Athen. Beeindruckend.







Schon lange gab es Aufrufe für Bücherspenden. Und gibt es immernoch....
Es ist schon erstaunlich, welche Bücher zu den Verbotenen gehören oder gehörten.


Die documenta 14 wurde am Wochenende eröffnet und geht noch bis Mitte September. Ich freue mich schon darauf, mich einen ganzen Sommer lag der Stadt Kassel und den Ausstellungen aus verschiedenen Perspektiven zu nähern und sie mir weiter zu erarbeiten.

Sonntag, 28. Mai 2017

DENIM: Kurvig und verfilzt - Stoffspielerei im Mai

Mit Freude habe ich meine Jeansberge herausgezerrt als  Martina von Machwerk  das Thema Denim für die Stoffspielerei bekannt gab.


Da ich ja nichts wegwerfe und die Jeans sogar noch detailliert ausschlachte, hatte ich schon einen ganz guten Fundus.


Aber die Aufgabe war ja eigentlich, die verschiedenen Schattierungen der Jeans bei der Weiterverarbeitung zu nutzen. Lange habe ich überlegt, ob ich Landschaften darstellen soll à la Alexsandra Hense. Aber irgendwie kam ich da nicht so rein. Also schnitt ich mir zuerst verschiende Stoffstücke aus den unterschiedlichen Jeans und bearbeitete sie mit der Embellisher (Filzmaschine). Das gefiel mir gleich super gut.










Da ich gerade sehr zielorientiert unterwegs war an diesem Tag, wurde daraus ein kleines Täschen.





Als Innenfutter nutzte ich ein Seidentop, das über die Jahre immer kleiner wurde. Aber wegwerfen konnte ich es auch nicht. Jetzt hat es eine neue Aufgabe.

Dann hatte mich aber die Experimentierfreude im Griff. Die Jeansberge wurden in kurvige Streifen geschnitten und wieder zusammengenäht.

Dafür werden die Stoffe zuerst aufeinandergesteckt, dann die Kurve markiert und anschließend zusammengenäht.





 Soweit so gut.


Sieht aber irgendwie noch langwielig aus. Unfertig. Also weitergeschnitten. ...


... und wieder zusammengenäht. Patchwork halt.

Und hier die Gesamtansicht von hinten 

FERTIG!!!







Schon ganz schön, werde ich aber noch weiter bearbeiten. Mal sehen was im Endeffekt daraus wird.

So und jetzt schauen wir bei Frau Machwerk vorbei, die heute die Stoffspielereien zum Thema Denim sammelt.

Die  Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch bei einer Teilnehmerin gesammelt.

Weitere Themen und Termine für die kommenden Monate:
25. Juni 2017: Schwarz und weiß (Lucy – Nahtzugabe)
Juli/August  2017: Sommerpause
24. September 2017: Von der Natur inspiriert (Siebensachen)
27. Oktober 2017: Fäden auf Farbe (Ute – 123-Nadelei)



Außerdem verlinke ich diesen Beitrag unter
@ Old jeans -new bag 
@ TT Taschen und Täschchen
@ Alte Jeans Neues Leben,
@ Mount Denim ade
@ happy recycling

Freitag, 26. Mai 2017

Selbstbild - Round Robin #3

Und schon sind wieder zwei Monate um und der Wechsel des Round Robin der Gruppe TexARTists steht wieder an.  Die Aufgabe war "Selbst-bild" eine Darstellung von mir mit Ecken und Kanten. Was macht mich aus? Was unterscheidet mich von anderen. Übertreibe maßlos!!!
Sich selbst darzustellen? Zwei Teilnehmer_innen hatten schon daran gearbeitet. Oh, da kommen spannende Gedanken auf. Was macht mich aus? Wie sehe ich mich? Was sind meine Ecken und Kanten?

Neulich sollte ich mich in einer Geburtstagsrunde vorstellen. Man konnte aus einer Schachtel einen Gegenstand wählen, der einen Bezug zur eigenen Person darstellt. Ich habe eine Naturperle gewählt. Ja, so sehe ich mich, natürlich, aber nicht perfekt. Ich will nicht in der Masse untergehen, mich nicht anpassen. Übernehme gerne Verantwortung, vertrete auch mal unangenehme Positionen, muss es aber nicht mehr allen Recht machen. Bin aber ständig unterwegs. Getrieben, auf der Suche, noch nicht angekommen.

Und so sehe ich mich....


Detail

Freitag, 12. Mai 2017

Fisch im Frühling - Fish in spring time



Ja,  genau ein Jahr später. Aber immerhin. Im letzten Jahr hatten Michaela von Müllerin Art und Tabea Heinicker zur FrühlingsMailArt aufgerufen. Siebdruck in blau-türkis mit Fischmotiven. Ich war sofort angepickst und habe zum ersten Mal an einer  MailArt-Aktion teilgenommen. Es war so klasse über Wochen wunderschöne Stoffe mit Fischmotiven per Post zu bekommen.
Hier habe ich darüber berichtet.
Jetzt ist der Quilt endlich fertig. Anfang des Jahres war meine Nähmaschine ein paar Wochen zur Reparatur. zuerst war ich etwas orientierungslos. Dann aber habe ich die Zeit  ich genutzt und Quilts genäht. Denn das konnte ich sehr gut mit meiner alten Nähmaschine machen. Früher ging das ja auch. 😄😄😄  Heute stelle ich den Fischquilt vor. Er ist super schön geworden. Die Farben sind so frisch und machen einfach gute Laune.

The single fabric pieces I recieved last spring when I took part in a spring MailArt activity. In a group of 8 participants each screenrpinted fish motives on white and blue/turquoise background and  divided it into 8 pieces and sent it via postmail to each participant. so I recieved over  weeks every week  an envelope with a piece of screenprinted fabric. I loved it. Now I created this quilt for a hopefully soon coming baby.


Er soll ein Geschenk werden für ein neues Familienmitglied, auf das wir alle schon sehr sehnsüchtig warten. Sobald es da ist und ich den Namen erfahre bekommt das Teil noch ein Label und ab geht die Post.

Vielleicht erkennt die eine oder andere Teilnehmerin des FrühlingsMailArt 2016 ihren Stoff wieder?



Für die Rückseite  habe ich einen tollen Stoff aus meinem Fundus gewählt. Es ist ein Shweshwe-Stoff aus meiner Lesothozeit. Das sind traditionelle Blaudruckstoffe aus 100 % Baumwolle, die heute noch in Südafrika hergestellt werden. Sie werden immer noch auf traditionelle Weise als "Blue print"  - Kupferrollendruck hergestellt.



Der Stoff soll seinen Namen von dem Basotho König Moshoeshe I. haben. Ursprünglich soll der Stoff und die Methode des Blaudrucks ab 1840 durch französische Missionare und/oder deutsche und schweizer Siedler nach Lesotho gekommen sein.  Bis heute tragen die Basotho-Frauen Schürzen, aber auch festliche Kleidung aus diesen Stoffen zu besonderen Anlässen. Auch die traditionelle Tracht der Basotho ist aus diesem Stoff genäht. Mittlerweile gibt es den Stoff auch in rot, braun, sogar gelb.


Ich habe von 1996 bis 1999 in Lesotho gelebt. Dort bin ich auch zum textilen Arbeiten gekommen und habe mir einen tollen Stoffvorrat mitgebracht, den ich immer gehütet habe. Aber nun will ich ihn endlich verarbeiten.

I lived 3 years in Lesotho from 1996 to 1999. There I got aquainted to patchwork and quilting and it was the beginning of a wonderful textile journey. I started my fabric collection and brought tons of shweshwe fabric with me to Germany. But now I decided to use it up.


Witzig: Auf der des Stoffes ist eine Fisch-Symbol spiegelverkehrt aufgedruckt. Na, das passt doch....

For the backing I chose a Shweshwe cotton from Lesotho. On the left side is a fish print, but I have chosen  the "right" side to show.


 Aber ich habe mich dann doch dazu entschieden, die "richtige" Seite außen zu nehmen.




Eingefasst habe ich diesen Quilt mit meiner Lieblingsmethode. Diese werde ich in einem anderen Beitrag näher beschreiben.






Der nächste Quilt ist auch schon in der Mache und wird demnächst hier vorgestellt.

The next quilt is already in the pipeline and will be launched soon.


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