Dienstag, 15. Oktober 2019

Übergangszeit - Transformation

Ohje, hier tanzt gerade der Bär und ich habe heute gesehen, dass es fast 4 Wochen her ist, dass ich den letzten Blogbeitrag geschrieben habe. Dabei ist soviel passiert, über das es sich zu erzählen lohnt.


Wer mir auf Instagram folgt, kann dennoch teilhaben an meinen Aktivitäten. Dort zeige ich regelmäßig, woran ich gerade arbeite, was gerade aktuell ist. Derzeit habe ich eine Arbeit in einer ganz spannenden Ausstellung zum Thema "Grenzen" im Seelenhaus 2.0 in Eschwege.
Wir leben hier am Grünen Band, der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland. Vor 30 Jahren fiel die Mauer und wir sind hier recht gut zusammengewachsen. Anlässlich dieses Jubiläums gibt es diese Ausstellung in einem Leerstandgebäude, das für dieses Projekt angemietet wurde, mitten in der Stadt. 50 Künster*innen stellen Arbeiten zum Thema "Grenzen" aus.  Dabei geht es nicht nur um die innerdeutsche Grenze, sondern Grenzen allgemein. Zusehen sind Malerei, Grafiken, Aktionskunst, Installationen, Textilkunst, ..... Es gibt begleitende Workshops, Führungen, Filmvorführungen, Konzerte....you name it. Die Ausstellung läuft noch bis zum 9. November 2019.

Ich bin an einem Frauenprojekt beteiligt. Dabei gestalteten wir Frauen Stoffstreifen, die in einem Raum, den man durchwandern kann hängen. Die Stoffbahnen symbolisieren auf der einen Seite das Weiche, Durchlässige, Grenzerfahrung nach dem weiblichen Prinzip. Die von mir gestaltete Stoffbahn ist eine Paperlamination.  Polyorganza, das ich mit einer Schablone bedruckt habe und auf die ich mittels einem Transfermedium Zeitungsausschnitte aufgebracht habe. Leider habe ich kein Foto von dem Raum mit der Installation. Mal sehen. Vielleicht klappt es ja noch. Hier kann man es kurz in einem Youtube-Beitrag von der Vernissage sehen.



Außerdem  bin ich mit einer ganz kleinen Arbeit  dabei. "Freiheit für Palästina". Die ist 20x20 cm groß und 2012 entstanden für die Ausschreibung von Gudrun Heinz "Freiheit-Freedom-Liberté". Aber sie ist immer noch aktuell. Als ich 2011 nach 19  Jahren wieder nach Israel und Palästina kam, nachdem wir von 1987-1990 dort gelebt und gearbeitet hatten und 1992 nochmal 3 Monate dort verbracht hatten, war die Mauer dort ein absolutes Schockerlebnis für mich. Die Situation der Palästinenser hatte sich derart verschlimmert, das war für mich kaum auszuhalten. Anschließend entstand die Arbeit und als ich die Ausschreibung zum Thema Grenzen gelesen hatte, musste ich damit daran teilnehmen. Was auf der Westbank abgeht ist ungeheuerlich und in unserer Berichterstattung findet das praktisch nicht statt.

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Ende August war Abgabetermin für den Round Robin Beitrag "GELB" meiner Textilkunstgruppe "TexARTists". Hier mehr dazu. Mit der Farbe gelb fremdele ich ja normalerweise sehr. Aber in diesem Jahr hat mich die Farbe doch sehr begleitet. Von dem zarten Frühlingsgelb - verarbeitet in der ARTchallenge, zum Round Robin "GELB" bis nun in den Herbst das satte dicke GELB. Wir sind uns doch näher gekommen.....Im RR habe ich wieder viel mit hitzebehandeltem Organza und Angelina (na, wer kennt das noch???) gearbeitet, dass dann weiter mit Garn und verschiedenen Perlen bestickt wurde. Leider sind die Fotos nichts geworden und jetzt ist das Teil schon weg...



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Dann gab es einen weiteren spannenden Abgabetermin. Ich habe im Mai an einer 30-Tage -ART-Challenge begleitet von Marianne Körner teilgenommen. Das war eine spannende Erfahrung für mich. Es ging darum, einen bestimmten selbst gesetzten Zeitraum täglich Zeit für Kunst zu machen und dann mind. 10-15 Minuten kreativ zu arbeiten. Ich hatte mir das Thema "Frühlingsstrukturen" ausgesucht. Hier habe ich das Projekt schon einmal beschrieben.





Ich hatte das Teil nicht im Mai fertig bekommen und habe mir dann nach dem Urlaub nochmal einen festen Zeitrahmen gesteckt und mich dann täglich daran gesetzt. Zwischendurch hatte ich einen Hänger. Irgendwie fehlte der Kick, das Stück hat mich nicht richtig angesprochen. Es hatte unehimlich viele Details, aber es fehlte die Klammer oder ein Singer.


Etwas was die ganze Arbeit zusammenhällt, oder einen Hingucker. Da ich einen Zeitrahmen hatte und auch einen Abgeabetermin für das buchprojekt, konnte ich das Teil aber leider nicht einfach hängen lassen und warten, bis es zu mir spricht, wie es weiter gehen soll. Das tue ich nämlich sonst in so einem Fall. Ich habe mich nochmal intensiv mit den Designprinzipien auseinandergesetzt. Das gute Stück fotografiert und dann versucht an den Fotos zu arbeiten. Da es ja ein Wholecloth ART Quilt ist, hatte ich doch Angst, es u. U. zu ruinieren. Zwischendurch hatte ich Besuch von lieben Textilkünstlern, die mich zu LaWerra besucht haben (davon erzähle ich später). Wir haben gemeinsam verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Obwohl wir zu keiner zufriedenstellenden Lösuing kamen fand ich es echt toll, mit echten Menschen, die sich auch nicht in meinem Metier auskennen direkt zu sprechen.  So schön es ist, dass wir über Insta, Blogs etc. uns austauschen können, es geht ncihts über das direkte Gespräch. mein Anliegen wäre schwierig gewesen online zu diskutieren. Nach LaWerra habe ich dann mutig in die Arbeit hineingenäht und bin absolut glücklich mit dem Ergebnis. Dies wird nun in einem Buch über Künstlerinnen von Marianne Körner veröffentlicht werden. Bin schon sehr gespannt. Wahrscheinlich erscheint es Anfang 2020.

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LaWerra. Ja sie fand zum 9. Mal statt ---- und zum letzten Mal. Wir drei Organisatorinnen haben beschlossen, dass es Zeit ist aufzuhören. Es war wieder ein toller Erfolg. Beeindrucke  und sehr sehenswerte Arbeiten. Viele Besucher*innen, Kabarett vom Feinsten mit Romy Hildebrand. Aber man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Immernoch fühlt sich unsere Entscheidung  gut an. Ich habe selber gar nicht ausgestellt dieses Mal. Es war einfach zu viel los.

Ich brauche mehr Zeit für mich, mehr Zeit zum Experimentieren, zum Ausprobieren. Die will ich mir jetzt nehmen und muss dafür andere Projekte zurückfahren. Auch Kurse habe ich vorerst gestrichen. Ich habe im letzten Jahr soviele tolle Kurse besucht, so nette Menschen kennengelernt und Kontakte geknüpft, komme aber gar nicht dazu, das Gelernte anzuwenden, auszuprobieren und zu vertiefen oder gar die Kontakte zu pflegen. Die Zeit rauscht einfach nur so an mir vorbei gerade. Sogar die Stoffspielereien Ende September habe ich verpasst. Wie schade. Hier bei KaZe kann man sehen, was die anderen tollen Frauen so zum Thema Miniatur gemacht haben.

Dieser Bericht umfasst den Monat September bis in den Oktober. Den Übergang von Sommer zu Herbst. Begonnen mit sehr heissen Temperaturen -- dann wurde es ugemütlich kalt, wir kamen nahe dem Gefrierpunkt -- und jetzt sind  wir im goldenen Herbst angekommen mit seinen wunderbarben Farben, seinen warmen Nachmittagssonnenstrahlen. Nun ruft noch der Garten. Ich freue mich, ihn ihn seine Winterruhe zu begleiten. Ich liebe diese Jahreszeit.....





Sonntag, 18. August 2019

Interchange: National Quitfestival Südafrika - und ich bin (fast) dabei



Final

Als ich im letzten Jahr meine "alte" Heimat Südafrika besucht habe, habe ich mich natürlich mit meinen Textilkunstkolleginnen der Gruppe Fiberworks getroffen. Ein paar Wochen später hat mich ein Mitglied der Golden Rand Quilters Guild aus Johannesburg kontaktiert und angefragt, ob es ein Interesse gibt an einer Quilttriennale Südafrika - Deutschland -Irland teilzunehmen während des National Quiltfestivals "Interchange -Threads connect" in Johannesburg August 2019. Ich habe den Kontakt zur deutschen Patchworkgilde hergestellt und bald schon gab es eine Ausschreibung, an der ich teilgenommen habe. Jetzt sind 29 Quilts aus Deutschland beim Festival in der Ausstellung und Meine Arbeit: Fäden verbinden.....Farbwechsel - colourful interchange... ist auch dabei. Ich freu mich. Wie gerne wäre ich selber hingefahren.....

https://www.quiltsouthafrica.co.za/interchange-threads-connect
Danke an Uta Lenk, die die Arbeiten nach Südafrika begleitet und jetzt auf Instagram regelmäßig berichtet.






Hintergrund ist ein Wholecloth Stück, dass ich mittels Reservierungstechniken  durch Siebdruck bearbeitet habe.
Auswahl des Ausschnitts
 Daraus wurde dann ein geeigneter Ausschnitt entsprechend der Ausschreibungsmaße ausgesucht.

Detail Maschinenstickerei
Die Details wurden mit Hand- und Maschinenstickerei hervorgehoben und bieten viel Raum für die Interpretation der Betrachter. Es finden sich eine Mutter mit Baby auf dem Schoß. Eine in afrikanischer traditioneller Tracht gekleidete Person, Gesichter, Masken, Halsschmuck. Und vieles mehr, wenn man nur lange genug schaut.




 Und hier geht es zum Bericht von Uta Lenk der Patchwork-Gilde https://www.facebook.com/groups/261354490692043/
und des Festivals https://www.quiltsouthafrica.co.za/interchange-threads-connect



Dienstag, 6. August 2019

Ein leichter Mantel????

ER IST FERTIG. Wer? Der leichte Mantel.
Seit zwei Jahren ein Running Gag in meinem Bekanntenkreis.

Heute mal endlich wieder ein Beitrag zum MeMadeMittwoch.

++++ Dieser Beitrag enthält Werbung, aber unbezahlt. +++++



Meine liebe Freundin Tana hat mich gefragt, ob wir nicht mal einen Mantel zusammen nähen können.
Upps, Mantel nähen ist schon etwas anspruchsvoller. Dachte ich. Ich habe schon mal einen genäht, aber mit freundlicher Unterstützung im Nähkurs. Hier zu sehen.

Aber dann habe ich bei einer Nähschule im Internet ein ganz tolles Angebot gesehen.
"Leichten Mantel nähen". Cool habe ich gedacht, Tana, das ist was für uns. Leichter Mantel, das kriegen wir hin. Kurs gekauft, zwei Schnitte bestellt und dann sollte es los gehen.
Das war 2017 ?!?

Und dann ging es los. Das Drama nahm seinen Lauf.

Zuerst habe ich mir den Schnitt in der falschen Größe bestellt. Also musste ich ihn vergrößern.
Dann kam der Knaller!!! Ohje. Der leichte Mantel ist nicht leicht zu nähen, sondern ein leichter Übergangsmantel mit ganz viel Schnickschnack. Taschen, Kragen, Schlitz, Futter. Aber wir nahmen die Herausforderung an. Der Kurs von Schneiderherz war super toll. Ein ganz großes Lob. Frau Fehse-Klüttermann hat uns mit viel Geduld und Fachwissen souverän durch das Projekt geleitet. Aber, obwohl ich das Video gekauft habe, konnte ich es nicht herunterladen, sondern musste es immer online schauen. Tja, was soll ich sagen. Ich wohne auf dem Land, da gibt es nur begrenzt Internet und schon gar nicht schnell. Das schränkte uns natürlich wahnsinnig ein und trug auch zu den verzögerten Nähtreffen bei. Die konnten ja immer nur am Monatsanfang stattfinden, und da wir beide in allen möglichen Aktivitäten stark eingebunden sind und nebenbei auch noch einen Brotjob haben, zog es sich hin, bis wir passende Termine fanden.

Auch egal, wir nähten einfach weiter. Dann wurde ich krank im letzten Jahr und habe ziemlich abgenommen. Tja. Da war der Mantel doch etwas zu groß geworden. Also, wieder auftrennen, enger nähen. Futter auch.

Das empfohlene Bügelei nähte ich zwischen durch auch, und für Tana gleich eins mit.


Das ist ein wunderbares Gadget, das schon viel im Einsatz war. Frau Fehse-Klüttermann hatte wirklich für alles einen Tipp und unheimlich Geduld mit uns. Danke dafür.

Tana kombinierte ihren rosa Cordstoff mit einem petrolfarbenen Futterstoff. Beide aus ihrem Fundus. Totschick, aber der Futterstoff war etwas knapp. Nachdem es etwas Verschnitt bei den Ärmeln gab, wurden diese kurzerhand in einer anderen Farbe genäht. Sieht ja keiner.

 Sogar der Schal passt dazu und ein kleines "Markenzeichen/Label" gibt es auch.😀😀😀

Dann kamen wir zum Schlitz. Der erste Teil ging so einfach, dass ich die zweite Seite sofort gleich nähte und alles Überflüssige abschnitt -- Nur es war leider nicht alles überflüssig. In viel Frickelarbeit habe ich dann doch  noch einen passablen Schlitz hinbekommen.


Zwei Jahre später war es endlich so weit. FERTIG!!!! Es fehlten noch die Knopflöcher. Ohje. Damit kann man ja alles versauen. Davor hatte ich den größten Respekt. Aber Frau Fehse-Klüttermann hat mich auch durch dieses Tal geführt und mich bestärkt, vorab doch etwas zu üben. Den Tipp habe ich beherzigt und es sind wunderschöne Knopflöcher dabei herausgekommen.




Und so schön sind unsere Teile geworden. Neulich  haben wir sie an die Werra begleitet. Die Sonne schien und wir hatten es schön.

Mit viel Liebe zum Detail haben wir die Herausforderung "Leichten Mantel nähen" angenommen.





Und jetzt nehme ich mal wieder am MeMadeMittwoch teil - mit meinem leichten Mantel.



Vielen Dank an Angela, die unser Nähprojekt über die Jahre schmunzelnd begleitet hat und uns so toll fotografiert hat.




Sonntag, 7. Juli 2019

Stitching on the go und 30-Tage-Art-challenge

Im Mai hatte ich mich an der 30-Tage-Challenge von Marianne Körner beteiligt. Dabei ging es darum jeden Tag ein wenig Zeit für seine Kunst bereit zu halten, um in einen Flow zu kommen und eine Routine zu entwicklen. Ich beschäftige mich ja schon länger mit dem Thema, wie kann ich Zeit für meine Kunst freischaufeln und da kam mir die Challenge von Marianne wie gerufen.



Dafür habe ich einen Stoff, den ich zuvor mit verschiedenen Siebdruckmotiven bedruckt hatte, über (fast) 30 Tage stickend (Hand- und Maschinenstickerei) bearbeitet, aber auch  Transfertechniken und weitere Siebdruckmotive kamen zum Einsatz.  Mein Thema war "Frühling". Es war eine tolle Erfahrung, durch den gesetzten zeitlichen und thematischen Rahmen, kontinuierlich an einem Projekt zu arbeiten, das Thema von verschiedenen Seiten zu betrachten, immer wieder neue Aspekte zu entdecken und die Umsetzung zu überlegen und dann auch noch aktiv zu sticken, drucken etc. und das täglich. Unterstützt wurde die Challengegruppe durch tägliche Impuls-Mails von Marianne, regelmäßigen Chatangeboten und einem intensiven Austausch in einer geschlossenen Facebookgruppe. Zusätzlich habe ich meine Gedanken in einem Skizzenbuch festgehalten.

Ich  gehe fast täglich spazieren und bin immer wieder erstaunent, wie schnell sich die Natur im Frühling verändert. Die ersten Schneeglöckchen bringen zartes Grün in den grau-braunen Boden, Dann folgen die Frühblüher, Narzissen, Tulpen, Krokusse. Die Gräser stecken erstes Grün aus den Feldern, Mais, dann der Raps mit seinen riesigen gelben Flächen. Löwenzahn. Weiß, Gelb-grün, sattes Gelb. Weiße Samen....


Bildunterschrift hinzufügen

Schneeglöckchen

Bäume, Siebdruck

Kirschblüte

Löwenzahl, leave hammering, bestickt

Flussufer

Rapsfeld

bisheriger Stand


Er ist noch nicht ganz fertig, aber bis September hat uns Marianne noch Zeit gegeben, wenn man an ihrem Buchprojekt teilnehmen möchte. Das werde ich schon noch schaffen. Obwohl wir uns gerade auf unseren Sommerurlaub vorbereiten. Dabei ist es schön, dass es heute mal nicht so heiß ist. Letzte nach hat es sogar etwas geregnet. Der Garten ist ganz glücklich und ich auch, dann lässt es sich realistischer packen.

Wir machen wieder einen großen Roadtrip mit dem Motorrad Richtung Osten. An der Ostsee entlang über Masuren ins Baltikum. Oh, ich freue mich schon. Aber da wir zu zweit mitsamt Campingausrüstung auf einem Motorrad fahren, ist Packen natürlich eine Herausforderung und wenn ich dann auch noch was Textiles zum Bearbeiten mitnehmen möchte, dann wird es echt schwierig. Aber egal. Wenn frau etwas wirklich will, findet sie auch einen Weg.


Angeregt duch mein 30-Tage Challenge-Projekt, habe ich nun wieder einen Stoff vorbeitet und mit dem Sieb bedruckt in Farben, die ich mit Polen und dem Baltikum im Sommer verbinde. Im letzten Jahr war ich Anfang Juni in Lettland, da war es sehr heiss und die Farben noch frühsommerlich frisch. Nun, Ende Juli wird es sicherlich trockener sein und auch nicht mehr so heiss sein. Zu dem vorbereiteten Stoff, nehme ich einige Stickgarne, Stickrahmen und Nadeln und Schere mit. Vielleicht noch ein kleines Skizzenheft und ein paar Stifte. Mehr Platz ist aber nicht.



Per Instagram werde ich über den Fortschritt berichten mit dem Hashtag #textilewerkeonthego. So stay tuned. Mal schauen, was sich daraus entwickelt.

Ich verlinke diesen Beitrag zum Summer-Stitchalong auf dem Blog Petersilie & Co, das ist der Gemeinschaftsblog von  Silvia, die in Österreich wohnt, und ihren beiden Töchtern Anna (München) und Sabine (Luzern).
Im Vorstellungspost ist beschrieben, wie der Stitchalong abläuft: Es geht um das langsame Sticken über den Sommer -  mit der Hand.

Außerdem verlinke ich zu handgestickt: die Linkparty bei Gabi, Madewithbluemchen.


Sonntag, 30. Juni 2019

Stoffspielereien - Thema AFRIKA

Heute ist AFRIKA das Thema bei den Stoffspielereien. Hm, da muss ich ja mitmachen und nutze die Gelegenheit einige meiner älteren Arbeiten zu zeigen, die in meiner "Afrikazeit" entstanden sind.
Ich habe mit meiner Familie von 1996 bis 1999 in Lesotho gelebt und gearbeitet und von 2001-2005 in Südafrika. In dieser Zeit sind wir viel im südlichen Afrika gereist. Zuletzt war ich im letzten Jahr in der Region und habe meinen Mann ein Stück auf seiner Afrikareise auf dem Motorrad begleitet. Hier habe ich kurz berichtet. Und die nächste Reise ist auch schon wieder in der Vorbereitung. Das Motorrad ruft schon.

Afrika ist immer noch ein Teil unseres Lebens und gerade ist der Sohn wieder auf dem Sprung nach Westafrika, wo er für eine deutsche NGO eine Weile arbeiten wird.

Ich hatte großes Glück und bin während der Zeit in Lesotho zuerst mit Patchwork, dann aber ganz schnell mit Textilkunst in Berührung gekommen. Und als wir dann an die Ostküste nach Südafrika gezogen sind, war ich im Paradies und Mekka der tollen Textilkünstlerinnen angekommen. Schnell wurde ich Mitglied der Gruppe Fibreworks, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Textilkunst einem breiteren Publikum bekannt zu machen und regelmäßige Ausstellungen in  Galerien  und auf Quiltfestivals zu zeigen. In 2004 haben wir die Ausstellung Major Minors nach Deutschland gebracht und in München bei Quiltettextilkunst ausgestellt.

Nach der Rückkehr habe ich noch lange versucht, meine Eindrücke und mein Heimweh textil zu verarbeiten.

African Landscape

Afrikanische Landschaft.  Stoffcollage, handbestickt.




Pflanzen , Applikation


Imithi - In praise of the trees
 Einheimische Baumarten, entstanden im Rahmen eines BOM, Handapplikation





Tiere

Jungle Lion

Aber auch Themen wie Witchcraft - Zauberkräfte

Das hat mich sehr bewegt. Ich habe im ländlichen Raum gearbeitet, aber auch mit Menschen in der Stadt. Aber letztendlich glaubten alle ganz stark an Zauberkräfte, unabhängig welcher Konfession sie angehörten oder welchen Bildungsstand sie hatten. Jeder Schicksalsschlag, jedes unerklärbare Ereignis wurde den Ahnen oder Zauberen zugeordnet. Das machte vieles sicherlich erklärbarer oder erträglicher, aber es enthob auch der Verantwortung. Man musste sich keine großen Gedanken machen, wieso ist das jetzt so und wie hätte man es verhindern können, bzw. was kann man ändern, um es beim nächsten Mal anders oder besser zu machen.


Bewitched



Afrika ist für viele sicherlich erstmal tolle Landschaft, exotische Pflanzen und eine reichhaltige Tierwelt. Für andere sehr problembehaftet und wird mit Armut und Ungleichheit sowie Korruption in Verbindung gebracht.

Man findet große Armut und unvorstellbaren Reichtum, hohe Kriminalität, aber auch vor allem ganz normale Menschen mit einem normalen Alltag.

Valley of the 1000 hills

Durban beach front

Das zeigt die Gegensätze. Andererseits wurde landwirtschaftliche Beratung damals schon, auch in ländlichen Gebieten,  per Handy und SMS durchgeführt.  In vielen Dingen war oder ist man dort viel weiter, auf anderen Ebenen zurück. Es gibt nicht Afrika. Sondern ganz viele Facetten. Dieser Quilt heisst "Gegensätze" und hat genau das zum Thema, aber auch den Gegensatz Südliches Afrika - Deutschland.

Gegensätze III

Das dunke und graue überdeckt langsam die Helle und Freudigkeit Afrikas. So fühlte sich unser Sohn, als er mit 16 Jahren nach Deutschland umziehen musste. Textilcollage, Hand- und Maschinenbestickt und gequiltet.

Gerne haben wir mit Freunden die Wochenenden in Zululand am Ufer des Tugela Fluss verbracht. Auch davon ist ein Quilt entstanden.

Msinga

Tugela

Tugela shores


Afrika ist eine Herausforderung. Je nach dem wo man ist. Ich habe so viel gelernt dort und hoffe, dass ich mir auch vieles "rübergerettet" habe. Ich brauche nicht höher, weiter, schneller. Ich habe gelernt, sich hinzusetzten und sich an dem zu freuen was man hat. Ich habe eine andere Einstellung zur Zeit erfahren dürfen. Aussage eines schwarzen Kollegen: " Ihr Deutschen seid schon komisch. Ihr meint ein Meeting müsse beginnen, nur weil die Zeiger einer Uhr eine bestimmte Position einnehmen. Das macht doch gar keinen Sinn. Das Meeting kann doch erst beginnen, wenn alle Leute da sind." Ja, es ist alles eine Frage der Perspektive. Das hilft mir heute sehr in meinem Job mit internatioalen Studierenden. Sie bringen alle verschiedene Erfahrungen und Perspektiven mit. Und es ist es wert, seine eigenen mal zu hinterfragen und eine andere Perspektive einzunehmen.
Auch fand ich interessant, dass die Schwarzen uns Weiße auch nur schwer auseinander halten können. Für sie sehen Weiße alle gleich aus. Verrückt, oder????

Gabi  sammelt und verlinkt diesen Monat auf ihren Blog Made with Blümchen  https://www.madewithbluemchen.at/, alle Beiträge zum Thema AFRIKA.
Vielen Dank für das Thema liebe Gabi. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, in alten Fotos zu stöbern und einige Beispiele herauszusuchen.

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein - ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

Die nächsten Termine
29.09.2019: „Miniatur" bei Feuerwerk bei Kaze https://feuerwerkbykaze.blogspot.com/ 
27.10.2019: "Handweben" bei Schnitt für Schnitt http://schnittfuerschnitt.de/ 
24.11.2019: (Thema noch nicht fix) bei Nähzimmerplaudereien https://naehzimmerplaudereien.com/ 
Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du bei „Siebensachen zum Selbermachen“.