Ohje, hier tanzt gerade der Bär und ich habe heute gesehen, dass es fast 4 Wochen her ist, dass ich den letzten Blogbeitrag geschrieben habe. Dabei ist soviel passiert, über das es sich zu erzählen lohnt.
Wer mir auf Instagram folgt, kann dennoch teilhaben an meinen
Aktivitäten. Dort zeige ich regelmäßig, woran ich gerade arbeite, was
gerade aktuell ist. Derzeit habe ich eine Arbeit in einer ganz
spannenden
Ausstellung zum Thema "Grenzen" im Seelenhaus 2.0 in Eschwege.
Wir
leben hier am Grünen Band, der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und
Westdeutschland. Vor 30 Jahren fiel die Mauer und wir sind hier recht
gut zusammengewachsen. Anlässlich dieses Jubiläums gibt es diese
Ausstellung in einem Leerstandgebäude, das für dieses Projekt angemietet
wurde, mitten in der Stadt. 50 Künster*innen stellen Arbeiten zum Thema
"Grenzen" aus. Dabei geht es nicht nur um die innerdeutsche Grenze,
sondern Grenzen allgemein. Zusehen sind Malerei, Grafiken, Aktionskunst,
Installationen, Textilkunst, ..... Es gibt begleitende Workshops,
Führungen, Filmvorführungen, Konzerte....you name it. Die Ausstellung läuft noch
bis zum 9. November 2019.
Ich bin an einem Frauenprojekt beteiligt. Dabei gestalteten wir
Frauen Stoffstreifen, die in einem Raum, den man durchwandern kann
hängen. Die Stoffbahnen symbolisieren auf der einen Seite das Weiche,
Durchlässige, Grenzerfahrung nach dem weiblichen Prinzip. Die von mir
gestaltete Stoffbahn ist eine Paperlamination. Polyorganza, das ich mit einer Schablone
bedruckt habe und auf die ich mittels einem Transfermedium
Zeitungsausschnitte aufgebracht habe. Leider habe ich kein Foto von dem Raum mit der Installation. Mal sehen. Vielleicht klappt es ja noch.
Hier kann man es kurz in einem Youtube-Beitrag von der Vernissage sehen.
Außerdem bin ich mit einer ganz kleinen Arbeit dabei. "Freiheit für Palästina".
Die ist 20x20 cm groß und 2012 entstanden für die Ausschreibung von
Gudrun Heinz "Freiheit-Freedom-Liberté". Aber sie ist immer noch
aktuell. Als ich 2011 nach 19 Jahren wieder nach Israel und Palästina
kam, nachdem wir von 1987-1990 dort gelebt und gearbeitet hatten und
1992 nochmal 3 Monate dort verbracht hatten, war die Mauer dort ein
absolutes Schockerlebnis für mich. Die Situation der Palästinenser hatte
sich derart verschlimmert, das war für mich kaum auszuhalten.
Anschließend entstand die Arbeit und als ich die Ausschreibung zum Thema
Grenzen gelesen hatte, musste ich damit daran teilnehmen. Was auf der
Westbank abgeht ist ungeheuerlich und in unserer Berichterstattung
findet das praktisch nicht statt.
******************************************************************************
Ende August war Abgabetermin für den Round Robin Beitrag "GELB" meiner Textilkunstgruppe "TexARTists".
Hier mehr dazu. Mit der Farbe gelb fremdele ich ja normalerweise sehr. Aber in diesem Jahr hat mich die Farbe doch sehr begleitet. Von dem zarten Frühlingsgelb - verarbeitet in der ARTchallenge, zum Round Robin "GELB" bis nun in den Herbst das satte dicke GELB. Wir sind uns doch näher gekommen.....Im RR habe ich wieder viel mit hitzebehandeltem Organza und Angelina (na, wer kennt das noch???) gearbeitet, dass dann weiter mit Garn und verschiedenen Perlen bestickt wurde. Leider sind die Fotos nichts geworden und jetzt ist das Teil schon weg...
****************************************************************************
Dann gab es einen weiteren spannenden Abgabetermin. Ich habe im Mai an einer 30-Tage -ART-Challenge begleitet von
Marianne Körner teilgenommen. Das war eine spannende Erfahrung für mich. Es ging darum, einen bestimmten selbst gesetzten Zeitraum täglich Zeit für Kunst zu machen und dann mind. 10-15 Minuten kreativ zu arbeiten. Ich hatte mir das Thema "Frühlingsstrukturen" ausgesucht.
Hier habe ich das Projekt schon einmal beschrieben.
Ich hatte das Teil nicht im Mai fertig bekommen und habe mir dann nach dem Urlaub nochmal einen festen Zeitrahmen gesteckt und mich dann täglich daran gesetzt. Zwischendurch hatte ich einen Hänger. Irgendwie fehlte der Kick, das Stück hat mich nicht richtig angesprochen. Es hatte unehimlich viele Details, aber es fehlte die Klammer oder ein Singer.

Etwas was die ganze Arbeit zusammenhällt, oder einen Hingucker. Da ich einen Zeitrahmen hatte und auch einen Abgeabetermin für das buchprojekt, konnte ich das Teil aber leider nicht einfach hängen lassen und warten, bis es zu mir spricht, wie es weiter gehen soll. Das tue ich nämlich sonst in so einem Fall. Ich habe mich nochmal intensiv mit den Designprinzipien auseinandergesetzt. Das gute Stück fotografiert und dann versucht an den Fotos zu arbeiten. Da es ja ein Wholecloth ART Quilt ist, hatte ich doch Angst, es u. U. zu ruinieren. Zwischendurch hatte ich Besuch von lieben Textilkünstlern, die mich zu LaWerra besucht haben (davon erzähle ich später). Wir haben gemeinsam verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Obwohl wir zu keiner zufriedenstellenden Lösuing kamen fand ich es echt toll, mit echten Menschen, die sich auch nicht in meinem Metier auskennen direkt zu sprechen. So schön es ist, dass wir über Insta, Blogs etc. uns austauschen können, es geht ncihts über das direkte Gespräch. mein Anliegen wäre schwierig gewesen online zu diskutieren. Nach LaWerra habe ich dann mutig in die Arbeit hineingenäht und bin absolut glücklich mit dem Ergebnis. Dies wird nun in einem Buch über Künstlerinnen von Marianne Körner veröffentlicht werden. Bin schon sehr gespannt. Wahrscheinlich erscheint es Anfang 2020.


***********************************************************************************
LaWerra. Ja sie fand zum 9. Mal statt ---- und zum letzten Mal. Wir drei Organisatorinnen haben beschlossen, dass es Zeit ist aufzuhören. Es war wieder ein toller Erfolg. Beeindrucke und sehr sehenswerte Arbeiten. Viele Besucher*innen, Kabarett vom Feinsten mit
Romy Hildebrand. Aber man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Immernoch fühlt sich unsere Entscheidung gut an. Ich habe selber gar nicht ausgestellt dieses Mal. Es war einfach zu viel los.
Ich brauche mehr Zeit für mich, mehr Zeit zum Experimentieren, zum Ausprobieren. Die will ich mir jetzt nehmen und muss dafür andere Projekte zurückfahren. Auch Kurse habe ich vorerst gestrichen. Ich habe im letzten Jahr soviele tolle Kurse besucht, so nette Menschen kennengelernt und Kontakte geknüpft, komme aber gar nicht dazu, das Gelernte anzuwenden, auszuprobieren und zu vertiefen oder gar die Kontakte zu pflegen. Die Zeit rauscht einfach nur so an mir vorbei gerade. Sogar die Stoffspielereien Ende September habe ich verpasst. Wie schade.
Hier bei KaZe kann man sehen, was die anderen tollen Frauen so zum Thema Miniatur gemacht haben.
Dieser Bericht umfasst den Monat September bis in den Oktober. Den Übergang von Sommer zu Herbst. Begonnen mit sehr heissen Temperaturen -- dann wurde es ugemütlich kalt, wir kamen nahe dem Gefrierpunkt -- und jetzt sind wir im goldenen Herbst angekommen mit seinen wunderbarben Farben, seinen warmen Nachmittagssonnenstrahlen. Nun ruft noch der Garten. Ich freue mich, ihn ihn seine Winterruhe zu begleiten. Ich liebe diese Jahreszeit.....