Sonntag, 21. Februar 2016

Wer rastet der rostet - Färben mit Rost auf Stoff

Heute will ich von meinen Rostexperiementen erzählen.
Ich arbeite zusammen mit einer Papierkünstlerin/Goldschmiedin, einer Filzerin, und einer Mixed Media -Künstlerin. Wir treffen uns in losen Zeitabständen, zum Austausch, zum gemeinsamen Arbeiten etc. Zur Zeit beschäftigen wir uns mit dem Thema Rost.
Das nächste Treffen ist im März und bis dahin versuche ich mich dem Rost aus unterschiedlichen Perspektiven zu nähern.

Färben mit Rost auf Stoff

Färben mit rost auf Stoff ist eine technik der oberflächengestaltung. dabei werden rostige Gegenstände genutzt, um Abdrücke und Markierungen auf Stoff zu transferieren. Wie beim Färben mit chemischen oder Naturfarben wird der Stoff zuerst vorbereitet, um ihn aufnahmefähig zu machen und eventuelle Appreturen zu entfernen. Dabei kann man ihn mehrfach waschen/kochen, oder man wäscht mit Sodalösung (dabei wird Waschmittel und Soda je zur Hälfte in die Waschmaschiene gefüllt) oder man nutzt sogenannte pdf Stoffe (pdf= prepared for dying). Natürliche Fasern nehmen den Rost besser auf als synthetische Stoffe.

Stoff: helle Baumwolle mit Soda vorgewaschen.

Material: rostige Nägel, Schrauben, Metallstücke, Kronkorken, ...



gesammelte Werke, rostige Nägel, Unterlegscheiben, Kronkorken, Metallteile

Schloss und Schlüssel in Stoff gewicklet

Stoff um ein Stück Hasendraht gewickelt

in Stoff gewicklete Metallteile in Plastikschale geschichtet




Rosten bedeutet, dass das Metall oxidiert und Eisenoxid entsteht. Beschleunigen kann man den Vorgang indem man den Stoff mit Salz (5 Esslöffel/4,5 Liter Wasser) und /oder Essigwasser (Verhältnis Wasser:Essig 50:50) behandelt.
Ich habe beides, Salz und Essigwasser benutzt. Zur Probe habe ich ein Teil nur mit Salz behandelt. Das ist leider nicht so gut geworden.

Die Metallteile wurden auf die Stoffe gelegt, oder der Stoff feste um die Teile gewickelt. Mit Salz bestreut und mit Essigwasser besprüht. Alle Stoff-Metallpäckchen ruhten dann 1 Woche in der "magic box" bei Zimmertemperatur. Es ist wichtig, dass der Stoff die Metallteile fest berührt, damit ein Transfer stattfinden kann. Als  Einwirkzeit sollen 24 Stunden schon reichen, aber ich musste ein paar Tage auf Dienstreise, weshalb ich den Ansatz vorher gemacht habe und eine Woche Zeit gegeben habe.

Beim Arbeiten empfiehlt es sich Handschuhe und  auch eine Maske zu tragen, da das Eisen versucht, sich mit dem Hämoglobin zu verbinden und somit die Sauerstoffaufnahme verhindert werden kann.

Hier die Ergebnisse:



Das Gewinde der Schrauben ist sehr schön zu sehen

Das ist das Ergebnis der Nagel und Ringe Collage.

Dies ist das Stück, dass in Kanninchendraht gewickelt wurde.

Der Abdruck des Schlosses ist gut zu sehen, die Schlüssen dagegen gar nciht.

Die Stoffe sind mit klaren Wasser ausgewaschen und anschließend in der Waschmaschine mit Wollwaschmittel ohne Zusatzstoffe gewaschen und Hitze fixiert durch Bügeln.

Diese ersten Versuche sind doch schon vielversprechend. Ich war so aufgeregt beim Auspacken und freue mich jetzt über die Ergebnisse.

Weiter plane ich mit verschiedenen Essigen zu arbeiten, z. B. dunklem Balsamico. Außerdem möchte ich es noch mit Seide probieren, da ich bei meiner Recherche schöne Fotos von Rost auf Seide gefunden habe. Außerdem möchte ich den Stoff vorfärben durch Tee, Kaffee, Rotwein. Brunhilde Scheidmeir hat dazu schöne Bilder auf dem Blog Textile Ideen.

Weitere Lektüre:
"The found object in textile Art" von Cas Holmes
"Surface Explorations" von Laurie Brookes
Auf dem Blog von Sabine Jeromin Textile-Ideen



 




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