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Dienstag, 11. August 2020

30 Tage ArtChallenge - das BUCH

 


Endlich ist es soweit. Das Buch "30 Tage ArtChallenge" - herausgegeben von Marianne Körner - ist endlich da. Wunderschön ist es geworden. Darin zeigen 52 Künstlerinnen ihre Arbeiten, die sie im Rahmen einer 30 Tage ArtChallenge erarbeitet haben. Ja, erarbeitet. Unterstützt von Marianne Körner. Diese Untertützung habe ich als sehr wichtig empfunden.

 

Ich bin beeindruckt von den tollen Arbeiten, die entstanden sind und die Erklärungen dazu. Ich werde mich sicherlich nochmal einer ArtChallenge stellen. Ich finde es sehr spannend, sich intensiv mit einem Thema, Motiv, Technik etc. auseinanderzusetzen.

Aber am meisten berührt mich, dass es meine Arbeit in ein solches Buch geschafft hat und auch der Kommentar von Marianne dazu.

 

 

Über das 30 Tage ArtChallenge Projekt habe ich auf Insta @textilewerke unter #30tageartchallengemai2019 und hier auf dem Blog unter dem Label "artchallenge" ausführlich berichtet. Oder hier.

Das war der Ausgangsstoff. Ein Wholecloth, Siebdruck in Frühlingsfarben mit verschiedenen  selbstgestalteten Siebdruckmotiven.

 

Hier ein Zwischenstadium. Die Arbeit ist Schicht um Schicht aufgebaut. Techniken sind, Maschinen- und Handstickerei, Transferdruck, thermobehandeltes Organza, Frottage, Thermofaxdruck, Schablonendruck.

 

 Und das ist die fertige Arbeit.

Das Buch ein on demand Buch, erschienen im BoD-Verlag. (Werbung in eigener Sache, das Buch habe ich selber gekauft und bezahlt).

Ein großer Dank an Marianne für ihr Engagement.

 


Sonntag, 5. Juli 2020

Schweinereien

Jetzt kann ich es endlich lüften. Die Signatur (Monogram) habe ich ja schon letzte Woche bei den Stoffspielereien gezeigt, aber heute kann ich den ganzen Artquilt zeigen. Gestern war die Vernissage zur Ausstellung "Schweinereien" im Bistro Ringelnatz in Witzenhausen. 

Titel meines Beitrags:
" Von der Lust ein Schwein zu sein....
...
und kein Einhorn"




Die Kuratorin Kerstin Juschkat-Schafhaupt hatte die Idee, das Schwein wieder sichtbarer zu machen und vor allem die positiven Eigenschaften und die Nähe zum Menschen aufzuzeigen. 

Das Wollschwein ist auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) in der Kategorie „Rassen aus anderen Ländern“ aufgeführt und war 2019  die gefährdete Nutztierrasse des Jahres und ist eine der ältesten,  rein erhaltenen Schweinerassen Europas.
Ursprünglich kommt das Wollschwein aus Ungarn. Dort ist es ein nationales Kulturgut.
In 2019 entstand die Idee dem Wollschwein eine Ausstellung im Rahmen der Kulturveranstaltung Treppen Keller Hinterhöfe zu widmen. Kerstin Juschkat-Schafhaupt und Dr. Mathias Wiezorek luden Künstler*innen ein, sich mit dem Schwein auseinanderzusetzen. 
Dann wurden immer mehr Veranstaltungen abgesagt, auch TKH. Ich habe die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema erstmal an Seite gelegt.

Dann kam Ende Mai die knappe Whatsapp-Nachricht: Alles klar, die Ausstellung kann im Bistro Ringelnatz stattfinden, Vernissage am 4.7.
Upps.

Ja, und dann ging es los. Recherchieren, Skizzen wieder herauskramen, entwerfen, nähen, sticken…..

Hier der Werdegang der Arbeit:
Zuerst beschäftige ich mich mit dem Thema, lese mich ein, suche nach Symbolik, Verbindungen, Analogien etc. Dann geht es darum das geeignete Material aus dem Mixed Media Angebot zu finden bzw. die richtige Technik, um die Vision, die man vom fertigen Teil hat zu erreichen.

Ich habe mir Fotos von Schweinen angeschaut, zur Geschichte des Schweins nachgelesen, versucht, einen Bezug zu diesem Tier herzustellen. Weil, ehrlich gesagt, war das Schwein bisher weniger auf meiner Themenliste, obwohl meine Großeltern, als ich Kind war, Schweine gehalten haben und ich später auch Ökologische Landwirtschaft studiert habe.



Es entstand eine Skizze. Ich arbeite selten gegenständlich, zumindest habe ich noch nie wirklich reale Gegenstände oder Lebewesen (außer vielleicht Pflanzen) dargestellt.


Dann ging es in die Umsetzung.



Jetzt kommt die Auswahl der Garne für die Maschinenstickerei. Die Unterfadenspulen werden geladen. Ich bereite sie vorab vor und spule viele Spulen mit unterschiedlichen Farbtönen auf und wechsele tatsächlich ganz regelmäßig Ober- und Unterfaden.






So, das Schwein ist fertig. Wie soll der Hintergrund gestaltet werden? Ich habe mich für einen Stoff entschieden, den ich im letzten Jahr mit Siebdruck gestaltet habe und auf unserem Motorrad-Roadtrip ins Baltikum per Hand bestickt hatte.





Ja und jetzt hängt das Teil in der Ausstellung. Gestern war die Vernissage und ich bin ganz begeistert, welche tollen Arbeiten dort von 14 Künstler*innen gezeigt werden.



Hier ein kleiner Eindruck der Ausstellung:

Wollschwein: Mathias Wiezoreck

eierlegende Wollmilchsau, Renate Thaler

Blick in die Ausstellung, Arbeiten von Karin Rübesam und Ute Seiter-Stedeler

Blick in die Ausstellung: Arbeiten von Karin Rübesam und Dr. Christine Herbold-Ohmes
Die Ausstellung hängt noch bis Ende August im Bistro Ringelnatz in Witzenhausen und ist sicherlich einen Besuch wert.

Dienstag, 15. Oktober 2019

Übergangszeit - Transformation

Ohje, hier tanzt gerade der Bär und ich habe heute gesehen, dass es fast 4 Wochen her ist, dass ich den letzten Blogbeitrag geschrieben habe. Dabei ist soviel passiert, über das es sich zu erzählen lohnt.


Wer mir auf Instagram folgt, kann dennoch teilhaben an meinen Aktivitäten. Dort zeige ich regelmäßig, woran ich gerade arbeite, was gerade aktuell ist. Derzeit habe ich eine Arbeit in einer ganz spannenden Ausstellung zum Thema "Grenzen" im Seelenhaus 2.0 in Eschwege.
Wir leben hier am Grünen Band, der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland. Vor 30 Jahren fiel die Mauer und wir sind hier recht gut zusammengewachsen. Anlässlich dieses Jubiläums gibt es diese Ausstellung in einem Leerstandgebäude, das für dieses Projekt angemietet wurde, mitten in der Stadt. 50 Künster*innen stellen Arbeiten zum Thema "Grenzen" aus.  Dabei geht es nicht nur um die innerdeutsche Grenze, sondern Grenzen allgemein. Zusehen sind Malerei, Grafiken, Aktionskunst, Installationen, Textilkunst, ..... Es gibt begleitende Workshops, Führungen, Filmvorführungen, Konzerte....you name it. Die Ausstellung läuft noch bis zum 9. November 2019.

Ich bin an einem Frauenprojekt beteiligt. Dabei gestalteten wir Frauen Stoffstreifen, die in einem Raum, den man durchwandern kann hängen. Die Stoffbahnen symbolisieren auf der einen Seite das Weiche, Durchlässige, Grenzerfahrung nach dem weiblichen Prinzip. Die von mir gestaltete Stoffbahn ist eine Paperlamination.  Polyorganza, das ich mit einer Schablone bedruckt habe und auf die ich mittels einem Transfermedium Zeitungsausschnitte aufgebracht habe. Leider habe ich kein Foto von dem Raum mit der Installation. Mal sehen. Vielleicht klappt es ja noch. Hier kann man es kurz in einem Youtube-Beitrag von der Vernissage sehen.



Außerdem  bin ich mit einer ganz kleinen Arbeit  dabei. "Freiheit für Palästina". Die ist 20x20 cm groß und 2012 entstanden für die Ausschreibung von Gudrun Heinz "Freiheit-Freedom-Liberté". Aber sie ist immer noch aktuell. Als ich 2011 nach 19  Jahren wieder nach Israel und Palästina kam, nachdem wir von 1987-1990 dort gelebt und gearbeitet hatten und 1992 nochmal 3 Monate dort verbracht hatten, war die Mauer dort ein absolutes Schockerlebnis für mich. Die Situation der Palästinenser hatte sich derart verschlimmert, das war für mich kaum auszuhalten. Anschließend entstand die Arbeit und als ich die Ausschreibung zum Thema Grenzen gelesen hatte, musste ich damit daran teilnehmen. Was auf der Westbank abgeht ist ungeheuerlich und in unserer Berichterstattung findet das praktisch nicht statt.

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Ende August war Abgabetermin für den Round Robin Beitrag "GELB" meiner Textilkunstgruppe "TexARTists". Hier mehr dazu. Mit der Farbe gelb fremdele ich ja normalerweise sehr. Aber in diesem Jahr hat mich die Farbe doch sehr begleitet. Von dem zarten Frühlingsgelb - verarbeitet in der ARTchallenge, zum Round Robin "GELB" bis nun in den Herbst das satte dicke GELB. Wir sind uns doch näher gekommen.....Im RR habe ich wieder viel mit hitzebehandeltem Organza und Angelina (na, wer kennt das noch???) gearbeitet, dass dann weiter mit Garn und verschiedenen Perlen bestickt wurde. Leider sind die Fotos nichts geworden und jetzt ist das Teil schon weg...



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Dann gab es einen weiteren spannenden Abgabetermin. Ich habe im Mai an einer 30-Tage -ART-Challenge begleitet von Marianne Körner teilgenommen. Das war eine spannende Erfahrung für mich. Es ging darum, einen bestimmten selbst gesetzten Zeitraum täglich Zeit für Kunst zu machen und dann mind. 10-15 Minuten kreativ zu arbeiten. Ich hatte mir das Thema "Frühlingsstrukturen" ausgesucht. Hier habe ich das Projekt schon einmal beschrieben.





Ich hatte das Teil nicht im Mai fertig bekommen und habe mir dann nach dem Urlaub nochmal einen festen Zeitrahmen gesteckt und mich dann täglich daran gesetzt. Zwischendurch hatte ich einen Hänger. Irgendwie fehlte der Kick, das Stück hat mich nicht richtig angesprochen. Es hatte unehimlich viele Details, aber es fehlte die Klammer oder ein Singer.


Etwas was die ganze Arbeit zusammenhällt, oder einen Hingucker. Da ich einen Zeitrahmen hatte und auch einen Abgeabetermin für das buchprojekt, konnte ich das Teil aber leider nicht einfach hängen lassen und warten, bis es zu mir spricht, wie es weiter gehen soll. Das tue ich nämlich sonst in so einem Fall. Ich habe mich nochmal intensiv mit den Designprinzipien auseinandergesetzt. Das gute Stück fotografiert und dann versucht an den Fotos zu arbeiten. Da es ja ein Wholecloth ART Quilt ist, hatte ich doch Angst, es u. U. zu ruinieren. Zwischendurch hatte ich Besuch von lieben Textilkünstlern, die mich zu LaWerra besucht haben (davon erzähle ich später). Wir haben gemeinsam verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Obwohl wir zu keiner zufriedenstellenden Lösuing kamen fand ich es echt toll, mit echten Menschen, die sich auch nicht in meinem Metier auskennen direkt zu sprechen.  So schön es ist, dass wir über Insta, Blogs etc. uns austauschen können, es geht ncihts über das direkte Gespräch. mein Anliegen wäre schwierig gewesen online zu diskutieren. Nach LaWerra habe ich dann mutig in die Arbeit hineingenäht und bin absolut glücklich mit dem Ergebnis. Dies wird nun in einem Buch über Künstlerinnen von Marianne Körner veröffentlicht werden. Bin schon sehr gespannt. Wahrscheinlich erscheint es Anfang 2020.

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LaWerra. Ja sie fand zum 9. Mal statt ---- und zum letzten Mal. Wir drei Organisatorinnen haben beschlossen, dass es Zeit ist aufzuhören. Es war wieder ein toller Erfolg. Beeindrucke  und sehr sehenswerte Arbeiten. Viele Besucher*innen, Kabarett vom Feinsten mit Romy Hildebrand. Aber man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Immernoch fühlt sich unsere Entscheidung  gut an. Ich habe selber gar nicht ausgestellt dieses Mal. Es war einfach zu viel los.

Ich brauche mehr Zeit für mich, mehr Zeit zum Experimentieren, zum Ausprobieren. Die will ich mir jetzt nehmen und muss dafür andere Projekte zurückfahren. Auch Kurse habe ich vorerst gestrichen. Ich habe im letzten Jahr soviele tolle Kurse besucht, so nette Menschen kennengelernt und Kontakte geknüpft, komme aber gar nicht dazu, das Gelernte anzuwenden, auszuprobieren und zu vertiefen oder gar die Kontakte zu pflegen. Die Zeit rauscht einfach nur so an mir vorbei gerade. Sogar die Stoffspielereien Ende September habe ich verpasst. Wie schade. Hier bei KaZe kann man sehen, was die anderen tollen Frauen so zum Thema Miniatur gemacht haben.

Dieser Bericht umfasst den Monat September bis in den Oktober. Den Übergang von Sommer zu Herbst. Begonnen mit sehr heissen Temperaturen -- dann wurde es ugemütlich kalt, wir kamen nahe dem Gefrierpunkt -- und jetzt sind  wir im goldenen Herbst angekommen mit seinen wunderbarben Farben, seinen warmen Nachmittagssonnenstrahlen. Nun ruft noch der Garten. Ich freue mich, ihn ihn seine Winterruhe zu begleiten. Ich liebe diese Jahreszeit.....