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Dienstag, 15. Oktober 2019

Übergangszeit - Transformation

Ohje, hier tanzt gerade der Bär und ich habe heute gesehen, dass es fast 4 Wochen her ist, dass ich den letzten Blogbeitrag geschrieben habe. Dabei ist soviel passiert, über das es sich zu erzählen lohnt.


Wer mir auf Instagram folgt, kann dennoch teilhaben an meinen Aktivitäten. Dort zeige ich regelmäßig, woran ich gerade arbeite, was gerade aktuell ist. Derzeit habe ich eine Arbeit in einer ganz spannenden Ausstellung zum Thema "Grenzen" im Seelenhaus 2.0 in Eschwege.
Wir leben hier am Grünen Band, der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland. Vor 30 Jahren fiel die Mauer und wir sind hier recht gut zusammengewachsen. Anlässlich dieses Jubiläums gibt es diese Ausstellung in einem Leerstandgebäude, das für dieses Projekt angemietet wurde, mitten in der Stadt. 50 Künster*innen stellen Arbeiten zum Thema "Grenzen" aus.  Dabei geht es nicht nur um die innerdeutsche Grenze, sondern Grenzen allgemein. Zusehen sind Malerei, Grafiken, Aktionskunst, Installationen, Textilkunst, ..... Es gibt begleitende Workshops, Führungen, Filmvorführungen, Konzerte....you name it. Die Ausstellung läuft noch bis zum 9. November 2019.

Ich bin an einem Frauenprojekt beteiligt. Dabei gestalteten wir Frauen Stoffstreifen, die in einem Raum, den man durchwandern kann hängen. Die Stoffbahnen symbolisieren auf der einen Seite das Weiche, Durchlässige, Grenzerfahrung nach dem weiblichen Prinzip. Die von mir gestaltete Stoffbahn ist eine Paperlamination.  Polyorganza, das ich mit einer Schablone bedruckt habe und auf die ich mittels einem Transfermedium Zeitungsausschnitte aufgebracht habe. Leider habe ich kein Foto von dem Raum mit der Installation. Mal sehen. Vielleicht klappt es ja noch. Hier kann man es kurz in einem Youtube-Beitrag von der Vernissage sehen.



Außerdem  bin ich mit einer ganz kleinen Arbeit  dabei. "Freiheit für Palästina". Die ist 20x20 cm groß und 2012 entstanden für die Ausschreibung von Gudrun Heinz "Freiheit-Freedom-Liberté". Aber sie ist immer noch aktuell. Als ich 2011 nach 19  Jahren wieder nach Israel und Palästina kam, nachdem wir von 1987-1990 dort gelebt und gearbeitet hatten und 1992 nochmal 3 Monate dort verbracht hatten, war die Mauer dort ein absolutes Schockerlebnis für mich. Die Situation der Palästinenser hatte sich derart verschlimmert, das war für mich kaum auszuhalten. Anschließend entstand die Arbeit und als ich die Ausschreibung zum Thema Grenzen gelesen hatte, musste ich damit daran teilnehmen. Was auf der Westbank abgeht ist ungeheuerlich und in unserer Berichterstattung findet das praktisch nicht statt.

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Ende August war Abgabetermin für den Round Robin Beitrag "GELB" meiner Textilkunstgruppe "TexARTists". Hier mehr dazu. Mit der Farbe gelb fremdele ich ja normalerweise sehr. Aber in diesem Jahr hat mich die Farbe doch sehr begleitet. Von dem zarten Frühlingsgelb - verarbeitet in der ARTchallenge, zum Round Robin "GELB" bis nun in den Herbst das satte dicke GELB. Wir sind uns doch näher gekommen.....Im RR habe ich wieder viel mit hitzebehandeltem Organza und Angelina (na, wer kennt das noch???) gearbeitet, dass dann weiter mit Garn und verschiedenen Perlen bestickt wurde. Leider sind die Fotos nichts geworden und jetzt ist das Teil schon weg...



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Dann gab es einen weiteren spannenden Abgabetermin. Ich habe im Mai an einer 30-Tage -ART-Challenge begleitet von Marianne Körner teilgenommen. Das war eine spannende Erfahrung für mich. Es ging darum, einen bestimmten selbst gesetzten Zeitraum täglich Zeit für Kunst zu machen und dann mind. 10-15 Minuten kreativ zu arbeiten. Ich hatte mir das Thema "Frühlingsstrukturen" ausgesucht. Hier habe ich das Projekt schon einmal beschrieben.





Ich hatte das Teil nicht im Mai fertig bekommen und habe mir dann nach dem Urlaub nochmal einen festen Zeitrahmen gesteckt und mich dann täglich daran gesetzt. Zwischendurch hatte ich einen Hänger. Irgendwie fehlte der Kick, das Stück hat mich nicht richtig angesprochen. Es hatte unehimlich viele Details, aber es fehlte die Klammer oder ein Singer.


Etwas was die ganze Arbeit zusammenhällt, oder einen Hingucker. Da ich einen Zeitrahmen hatte und auch einen Abgeabetermin für das buchprojekt, konnte ich das Teil aber leider nicht einfach hängen lassen und warten, bis es zu mir spricht, wie es weiter gehen soll. Das tue ich nämlich sonst in so einem Fall. Ich habe mich nochmal intensiv mit den Designprinzipien auseinandergesetzt. Das gute Stück fotografiert und dann versucht an den Fotos zu arbeiten. Da es ja ein Wholecloth ART Quilt ist, hatte ich doch Angst, es u. U. zu ruinieren. Zwischendurch hatte ich Besuch von lieben Textilkünstlern, die mich zu LaWerra besucht haben (davon erzähle ich später). Wir haben gemeinsam verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Obwohl wir zu keiner zufriedenstellenden Lösuing kamen fand ich es echt toll, mit echten Menschen, die sich auch nicht in meinem Metier auskennen direkt zu sprechen.  So schön es ist, dass wir über Insta, Blogs etc. uns austauschen können, es geht ncihts über das direkte Gespräch. mein Anliegen wäre schwierig gewesen online zu diskutieren. Nach LaWerra habe ich dann mutig in die Arbeit hineingenäht und bin absolut glücklich mit dem Ergebnis. Dies wird nun in einem Buch über Künstlerinnen von Marianne Körner veröffentlicht werden. Bin schon sehr gespannt. Wahrscheinlich erscheint es Anfang 2020.

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LaWerra. Ja sie fand zum 9. Mal statt ---- und zum letzten Mal. Wir drei Organisatorinnen haben beschlossen, dass es Zeit ist aufzuhören. Es war wieder ein toller Erfolg. Beeindrucke  und sehr sehenswerte Arbeiten. Viele Besucher*innen, Kabarett vom Feinsten mit Romy Hildebrand. Aber man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Immernoch fühlt sich unsere Entscheidung  gut an. Ich habe selber gar nicht ausgestellt dieses Mal. Es war einfach zu viel los.

Ich brauche mehr Zeit für mich, mehr Zeit zum Experimentieren, zum Ausprobieren. Die will ich mir jetzt nehmen und muss dafür andere Projekte zurückfahren. Auch Kurse habe ich vorerst gestrichen. Ich habe im letzten Jahr soviele tolle Kurse besucht, so nette Menschen kennengelernt und Kontakte geknüpft, komme aber gar nicht dazu, das Gelernte anzuwenden, auszuprobieren und zu vertiefen oder gar die Kontakte zu pflegen. Die Zeit rauscht einfach nur so an mir vorbei gerade. Sogar die Stoffspielereien Ende September habe ich verpasst. Wie schade. Hier bei KaZe kann man sehen, was die anderen tollen Frauen so zum Thema Miniatur gemacht haben.

Dieser Bericht umfasst den Monat September bis in den Oktober. Den Übergang von Sommer zu Herbst. Begonnen mit sehr heissen Temperaturen -- dann wurde es ugemütlich kalt, wir kamen nahe dem Gefrierpunkt -- und jetzt sind  wir im goldenen Herbst angekommen mit seinen wunderbarben Farben, seinen warmen Nachmittagssonnenstrahlen. Nun ruft noch der Garten. Ich freue mich, ihn ihn seine Winterruhe zu begleiten. Ich liebe diese Jahreszeit.....





Sonntag, 18. August 2019

Interchange: National Quitfestival Südafrika - und ich bin (fast) dabei



Final

Als ich im letzten Jahr meine "alte" Heimat Südafrika besucht habe, habe ich mich natürlich mit meinen Textilkunstkolleginnen der Gruppe Fiberworks getroffen. Ein paar Wochen später hat mich ein Mitglied der Golden Rand Quilters Guild aus Johannesburg kontaktiert und angefragt, ob es ein Interesse gibt an einer Quilttriennale Südafrika - Deutschland -Irland teilzunehmen während des National Quiltfestivals "Interchange -Threads connect" in Johannesburg August 2019. Ich habe den Kontakt zur deutschen Patchworkgilde hergestellt und bald schon gab es eine Ausschreibung, an der ich teilgenommen habe. Jetzt sind 29 Quilts aus Deutschland beim Festival in der Ausstellung und Meine Arbeit: Fäden verbinden.....Farbwechsel - colourful interchange... ist auch dabei. Ich freu mich. Wie gerne wäre ich selber hingefahren.....

https://www.quiltsouthafrica.co.za/interchange-threads-connect
Danke an Uta Lenk, die die Arbeiten nach Südafrika begleitet und jetzt auf Instagram regelmäßig berichtet.






Hintergrund ist ein Wholecloth Stück, dass ich mittels Reservierungstechniken  durch Siebdruck bearbeitet habe.
Auswahl des Ausschnitts
 Daraus wurde dann ein geeigneter Ausschnitt entsprechend der Ausschreibungsmaße ausgesucht.

Detail Maschinenstickerei
Die Details wurden mit Hand- und Maschinenstickerei hervorgehoben und bieten viel Raum für die Interpretation der Betrachter. Es finden sich eine Mutter mit Baby auf dem Schoß. Eine in afrikanischer traditioneller Tracht gekleidete Person, Gesichter, Masken, Halsschmuck. Und vieles mehr, wenn man nur lange genug schaut.




 Und hier geht es zum Bericht von Uta Lenk der Patchwork-Gilde https://www.facebook.com/groups/261354490692043/
und des Festivals https://www.quiltsouthafrica.co.za/interchange-threads-connect



Sonntag, 30. Juni 2019

Stoffspielereien - Thema AFRIKA

Heute ist AFRIKA das Thema bei den Stoffspielereien. Hm, da muss ich ja mitmachen und nutze die Gelegenheit einige meiner älteren Arbeiten zu zeigen, die in meiner "Afrikazeit" entstanden sind.
Ich habe mit meiner Familie von 1996 bis 1999 in Lesotho gelebt und gearbeitet und von 2001-2005 in Südafrika. In dieser Zeit sind wir viel im südlichen Afrika gereist. Zuletzt war ich im letzten Jahr in der Region und habe meinen Mann ein Stück auf seiner Afrikareise auf dem Motorrad begleitet. Hier habe ich kurz berichtet. Und die nächste Reise ist auch schon wieder in der Vorbereitung. Das Motorrad ruft schon.

Afrika ist immer noch ein Teil unseres Lebens und gerade ist der Sohn wieder auf dem Sprung nach Westafrika, wo er für eine deutsche NGO eine Weile arbeiten wird.

Ich hatte großes Glück und bin während der Zeit in Lesotho zuerst mit Patchwork, dann aber ganz schnell mit Textilkunst in Berührung gekommen. Und als wir dann an die Ostküste nach Südafrika gezogen sind, war ich im Paradies und Mekka der tollen Textilkünstlerinnen angekommen. Schnell wurde ich Mitglied der Gruppe Fibreworks, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Textilkunst einem breiteren Publikum bekannt zu machen und regelmäßige Ausstellungen in  Galerien  und auf Quiltfestivals zu zeigen. In 2004 haben wir die Ausstellung Major Minors nach Deutschland gebracht und in München bei Quiltettextilkunst ausgestellt.

Nach der Rückkehr habe ich noch lange versucht, meine Eindrücke und mein Heimweh textil zu verarbeiten.

African Landscape

Afrikanische Landschaft.  Stoffcollage, handbestickt.




Pflanzen , Applikation


Imithi - In praise of the trees
 Einheimische Baumarten, entstanden im Rahmen eines BOM, Handapplikation





Tiere

Jungle Lion

Aber auch Themen wie Witchcraft - Zauberkräfte

Das hat mich sehr bewegt. Ich habe im ländlichen Raum gearbeitet, aber auch mit Menschen in der Stadt. Aber letztendlich glaubten alle ganz stark an Zauberkräfte, unabhängig welcher Konfession sie angehörten oder welchen Bildungsstand sie hatten. Jeder Schicksalsschlag, jedes unerklärbare Ereignis wurde den Ahnen oder Zauberen zugeordnet. Das machte vieles sicherlich erklärbarer oder erträglicher, aber es enthob auch der Verantwortung. Man musste sich keine großen Gedanken machen, wieso ist das jetzt so und wie hätte man es verhindern können, bzw. was kann man ändern, um es beim nächsten Mal anders oder besser zu machen.


Bewitched



Afrika ist für viele sicherlich erstmal tolle Landschaft, exotische Pflanzen und eine reichhaltige Tierwelt. Für andere sehr problembehaftet und wird mit Armut und Ungleichheit sowie Korruption in Verbindung gebracht.

Man findet große Armut und unvorstellbaren Reichtum, hohe Kriminalität, aber auch vor allem ganz normale Menschen mit einem normalen Alltag.

Valley of the 1000 hills

Durban beach front

Das zeigt die Gegensätze. Andererseits wurde landwirtschaftliche Beratung damals schon, auch in ländlichen Gebieten,  per Handy und SMS durchgeführt.  In vielen Dingen war oder ist man dort viel weiter, auf anderen Ebenen zurück. Es gibt nicht Afrika. Sondern ganz viele Facetten. Dieser Quilt heisst "Gegensätze" und hat genau das zum Thema, aber auch den Gegensatz Südliches Afrika - Deutschland.

Gegensätze III

Das dunke und graue überdeckt langsam die Helle und Freudigkeit Afrikas. So fühlte sich unser Sohn, als er mit 16 Jahren nach Deutschland umziehen musste. Textilcollage, Hand- und Maschinenbestickt und gequiltet.

Gerne haben wir mit Freunden die Wochenenden in Zululand am Ufer des Tugela Fluss verbracht. Auch davon ist ein Quilt entstanden.

Msinga

Tugela

Tugela shores


Afrika ist eine Herausforderung. Je nach dem wo man ist. Ich habe so viel gelernt dort und hoffe, dass ich mir auch vieles "rübergerettet" habe. Ich brauche nicht höher, weiter, schneller. Ich habe gelernt, sich hinzusetzten und sich an dem zu freuen was man hat. Ich habe eine andere Einstellung zur Zeit erfahren dürfen. Aussage eines schwarzen Kollegen: " Ihr Deutschen seid schon komisch. Ihr meint ein Meeting müsse beginnen, nur weil die Zeiger einer Uhr eine bestimmte Position einnehmen. Das macht doch gar keinen Sinn. Das Meeting kann doch erst beginnen, wenn alle Leute da sind." Ja, es ist alles eine Frage der Perspektive. Das hilft mir heute sehr in meinem Job mit internatioalen Studierenden. Sie bringen alle verschiedene Erfahrungen und Perspektiven mit. Und es ist es wert, seine eigenen mal zu hinterfragen und eine andere Perspektive einzunehmen.
Auch fand ich interessant, dass die Schwarzen uns Weiße auch nur schwer auseinander halten können. Für sie sehen Weiße alle gleich aus. Verrückt, oder????

Gabi  sammelt und verlinkt diesen Monat auf ihren Blog Made with Blümchen  https://www.madewithbluemchen.at/, alle Beiträge zum Thema AFRIKA.
Vielen Dank für das Thema liebe Gabi. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, in alten Fotos zu stöbern und einige Beispiele herauszusuchen.

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein - ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

Die nächsten Termine
29.09.2019: „Miniatur" bei Feuerwerk bei Kaze https://feuerwerkbykaze.blogspot.com/ 
27.10.2019: "Handweben" bei Schnitt für Schnitt http://schnittfuerschnitt.de/ 
24.11.2019: (Thema noch nicht fix) bei Nähzimmerplaudereien https://naehzimmerplaudereien.com/ 
Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du bei „Siebensachen zum Selbermachen“.

Sonntag, 31. März 2019

Stoffspielerei Geometrie

Geometrie ist das Thema der Stoffspielereien heute zu der Karen auf ihrem Blog Feuerwerk bei KaZe einlädt.  Geometrie ist ja so eine Sache. Da kommen bei mir sofort Assoziationen hoch wie Mathe, Genauigkeit, Ordnnung, System. Im Prinzip ja nichts Schlechtes oder Negatives......
Aber dennoch.

Als ich das Thema zuerst in der Liste gelesen hatte, hatte ich es für erstmal abgehakt. Ist nicht so wirklich mein Thema. habe ich gedacht. Aber dann wollte ich die Herausforderung doch annehmen.

Also habe ich meine selbstgefärbten Stoffe gezückt. Die Farbabstufungen stellen für mich eine Art Ordnung dar. Damit konnte ich eine Verbindung zum Geometrie herstellen. Dazu kam, dass ich im Jahr des Gedenkens an 100 Jahre Bauhaus mich den Vorstellungen und Konzepten auseinander gesetzt hatte. Funktionalität kam dazu. Aus Streifen sollten Vierecke entstehen.



Um diesen Quilt zu entwickeln habe ich verschiedene Skizzen und Entwürfe gezeichnet. Dieser gefiel mir am besten:

Zuerst ein Blatt vertikal in 3 Abschnitte einteilen, dann horizontal vier Abschnitte durch Linien abteilen. Danach die entstandenen Abschnitte weiter einteilen. Diese kleineren Flächen wollte ich dann farblich aufteilen im Tonus hell - mittel - dunkel. Entsprechend habe ich meine Stoffe sortiert und nummeriert und anschließend die Nummern auf die Flächen übertragen.

Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und der entstandene Quilt ist ganz anderes als meine bisherigen Arbeiten. ÜBERRASCHUNG!!!!!

Vielleicht werde ich noch weitere Arbeiten mit dieser Methode machen.

Aber jetzt geht mein Beitrag zu den Stoffspielereien bei KaZe.
Sie sammelt weitere Beiträge zum Thema Geometrie.

Die Stoffspielereien


Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach eine Mail oder einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein - ganz persönlich und individuell.
Die nächsten Termine
28.04.2019: "100 Jahre Bauhaus"
bei Siebensachen zum Selbermachen https://siebensachen-zum-selbermachen.blogspot.co.at/ 
26.05.2019: "Heimat" bei Nahtlust https://nahtlust.de/ 
30.06.2019: "Afrika" bei made with Blümchen https://www.madewithbluemchen.at/ 
29.09.2019: „Miniatur" bei Feuerwerk bei Kaze https://feuerwerkbykaze.blogspot.com/ 
27.10.2019: "Handweben" bei Schnitt für Schnitt http://schnittfuerschnitt.de/ 
24.11.2019: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien https://naehzimmerplaudereien.com/

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien gibt es bei „Siebensachen zum Selbermachen“.

Samstag, 24. November 2018

Ohio-Star -- Stoffspielerei

Die Weihnachtsvorbereitungen laufen auf Hochtouren.  In diesem Jahr gibt es viele Geschenke aus der Stoffkiste. Deshalb kann ich heute auch nur einen kleinen Preview zeigen und nicht zu viel verraten. Sonst ist die Überraschung an Weihnachten dahin. Ines lädt heute auf ihrem Blog Nähzimmerplaudereien  zur Stoffspielerei ein und hat "Sterne" zum Thema gewählt.

Da zeige ich doch gerne den Quiltblog "Ohio Star" in zwei Variationen.



Einer findet seinen Weg in einen Quilt, der andere kann als Kissen oder Tischdecke für den Garten genutzt werden. Anfang vom Jahr habe ich ja ganz groß (wie übrigens jedes Jahr) verkündet, meine Stoffberge abbauen zu wollen. Ich muss sagen, es klappt sehr gut.

Der Ohio Star ist ein beliebter Quiltblog und lässt sich bis in die frühen 1800ter Jahre zurückverfolgen. Ursprünglich wurde er aus einfarbigen Stoffen genäht, später wurden auch gemusterte benutzt sowie das Muster variiert. Er gehört zu den Nine-Patch-Blöcken, da er aus neun Quadraten und ihren Variationen besteht.

Nach der großen Bescherung zeige ich dann später meine gesammelten Stoffabbauprojekte.

Vielen Dank Ines für das Thema. Bin gespannt, welche weiteren Sterne heute funkeln. Hier geht's lang.


Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.
Der vorläufige Plan für die nächsten Monate, kurzfristige Terminänderungen sind möglich:

Im Dezember machen wir Weihnachtspause
27.01.2019: “Ich war einmal” – Upcycling bei mir Textile Werke
24.02.2019: „Farbverläufe“ bei Schnitt für Schnitt
31.03.2019: „Geometrie“ bei Feuerwerk by Kaze




Sonntag, 30. September 2018

Stoffspielereien Streifen

Die Sommerpause ist vorbei und die Stoffspielereien gehen in eine neue Runde. Diesmal zum Thema Streifen. Dies habe ich zum Anlass genommen, endlich mal gegen meine Stoffberge anzuarbeiten.



Dafür wurden die Stoffe in Streifen geschnitten und zu einem ganz langen Streifen aneinandergenäht.


Ich habe dieses Konzept auf Pinterest gefunden. Es ist eine Methode, sogenannte Jelly Rolls (das sind schon zugeschnittene Streifen, die man fertig kaufen kann) zu verwenden. Ich habe mich immer gefragt, was man mit solchen Paketen macht. Man kann sie für teuer Geld farbkodiert auf Quiltveranstaltungen kaufen. Dann gibt es Leute die werben auf Youtube mit dieser Methode und wollen eine Anleitung verkaufen. Titel: Näh ein Quilttop in nur 40 Minuten. In den USA wird alles derart aufgebauscht und als Sensation  zu Geld gemacht. Dabei macht man nichts anderes als  2,5" (5cm) breite Stoffstreifen zu einem langen Streifen von 1600" (64 m) aneinanderzunähen. Diesen Streifen faltet man  halb und näht ihn zusammen. Am Ende schneidet man ihn durch und näht die beiden Teile wieder zusammen und so weiter bis man am Ende ein Quiltop hat. Das Streifen schneiden und den langen Streifen nähen, darf man nicht rechnen, aber auch sonst habe ich es nicht in 40 Minuten geschafft, sondern in 2 Stunden für das Top. Alles zusammen (Streifen schneiden, aneinander nähen, zusammennähen) schafft man aber gut in einem  einem Tag. Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht. Zuerst habe ich Streifen in offwhite und beige Tönen geschnitten. Unser Draußensofa brauchte ein neues Sommerkleid.  Hier habe ich darüber schon mal berichtet.

In der Online-Suche findet man Beispiele für diese Quilts auch unter Lasagne-Quilts. Warum auch immer dieser Name.

Die Streifen nähe ich im 45०-Winkel aneinander. Das gibt schöne Übergänge. Aber es gibt auch andere Variationen. Z.B. näht man sie stumpf aneinander mit einem farblich abgesetzten Quadrat dazwischen.....






Und was mache ich mit den Dreiecken, die hier als Abschnitte anfallen???????? Eigentlich zu schade zum Wegwerfen. Stay tuned. Demnächst an diesem Ort.....



Dann vom Virus infiziert ging es weiter mit Gelb- und Blautönen.










Hier ist das Top fertig und muss noch  weiter verarbeitet werden.



Für einen weiteren Quilt in Braun- und Blautönen sind auch die ersten Streifen schon geschnitten.

Das sind SweSwe-Stoffe aus Lesotho. Ebenfalls gut abgelagert und endlich für die Verarbeitung freigegeben. Ich weiß auch schon wer diesen Quilt bekommen wird.

Es war eine herrliche Arbeit über den Sommer, dabei  konnte ich ohne groß nachzudenken immer mal zwischendurch auch in der Hitze arbeiten. Es hat etwas sehr Meditatives. Auch das Spiel mit den Farbkombinationen ist spannend. Man kann sicherlich Einfluss nehmen auf den Fabverlauf oder die Wirkung der Streifen. Das ist meine nächste Herausforderung.

Jedes Jahr nehme ich mir vor, meine Stoffberge abzubauen und Gebrauchsquilts zu nähen, die man lieben Menschen mitbringen und schenken kann. Jetzt ist der Anfang gemacht und ich habe schon Adaptionen im Sinn, wie es weitergeht.

Hier geht es zum Blog 123-Nadelei, zu Ute, die heute die Stoffspielereien sammelt. Vielen Dank für das Thema, das soviel Potential hat.

Die Stoffspielereien

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Die nächsten Termine:

28.10.2018: „Seide“ bei Siebensachen
25.11.2018: (Thema noch nicht fix) bei Nähzimmerplaudereien
Dezember: Weihnachtspause
27.01.2019: Ich war einmal... (Upcycling Projekt) bei Textile Werke
24.02.2019: „Farbverläufe“ bei Schnitt für Schnitt
31.03.2019: „Geometrie“ bei Feuerwerk by Kaze

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findet Ihr bei „Siebensachen zum Selbermachen“. Meine Beiträge zu den Stoffspielereien sind hier versammelt.



Montag, 10. September 2018

Treppen-Keller-Hinterhöfe - ein Fest für alle Sinne




Ich bin noch ganz geflashed vom Treppen – Keller –Hinterhöfe – Kulturfestival
Das Wetter spielte mit und so waren wieder unheimlich viele Besucher unterwegs. Auch in Witzenhausen gibt es einen wachsenden Leerstand in der Innenstadt, dies hat die Kulturgemeinschaft vor 10 Jahren zum Anlass genommen, anstatt den Zustand zu bejammern, ihn zu nutzen. Seitdem finden alle 2 Jahre in  leer stehenden Gebäuden und Kulturdenkmälern Ausstellungen, Lesungen und Konzerte statt. Und immer wieder schaffen sie es, neue Keller und Gebäude oder Hinterhöfe vorzustellen.










Diesmal war das Koch’sche Haus neu dabei, indem der Dichter Ernst Koch seine Kindheit verbrachte. Er ist der Autor von „Prinz Rosa Stramin“ und den Lenzbacher Geschichten. Dort wurde auch mein persönliches Highlight ausgestellt, Bilder des marokkanischen Künstlers Adil Roufi. Sie haben mich wirklich berührt.







Und ganz besonders berührt hat mich auch die Resonanz auf unsere Round Robin Ausstellung „Gemeines einer Gesamtdeutschen Gruppe – textil erzählt“. 




Wir haben diese Arbeiten ja schon öfter ausgestellt, aber noch nie habe ich so ein Feedback bekommen. Trotz des großen Angebotes der Veranstaltung haben sich so viele Besucher die Zeit genommen, sich intensiv auf die Arbeiten und ihre Themen einzulassen und dies mit mir zu diskutieren. Es war so beeindruckend. Dabei geht es darum, Brücken zu schlagen zwischen den unterschiedlichen Erfahrungen der Gruppenmitglieder, je nach ihrer Herkunft/Sozialisierung. Jedes Mitglied wählte individuell eine Lebensphase und füllte dieses Thema mit autobiografischem Inhalt, den Erfahrungen, die man in Ost und West, in Nord und Süd in dieser Zeit gemacht hatte. Von allen Teilnehmenden wurden diese Themen dann im Rahmen eines Round Robin textil umgesetzt, wobei jede*r die eigenen Erfahrungen zugrunde legte. Dabei sind 6 sehr persönliche großformatige Arbeiten entstanden.
Die einzelnen Themen sind:
  • Jugendkultur – Ost:“… welche Meinung ich zu haben habe“
    West: „…eigene Meinung finden, sich reiben“
  • Ausbildung - „Die Welt steht nur offen, wenn man selbst offen ist“
  • Frau und Arbeitswelt – „Frauen und Männer sind vor dem Gesetz gleich“
  • Junge Familie – „Wilde Zeiten – Gute Zeiten – Wichtige Zeiten – Schöne Zeiten“
  • Mütter und Väter – „Erinnerungen an die Eltern“/“Hinterlassene Spuren“
  • Heimat – „Heimat, da wo man verstanden wird“
Normalerweise stellen wir in Textilmuseen aus oder Veranstaltungen mit textilem Bezug, zuletzt beim Spinn- und Filzfest im Rahmen der Brandenburgischen Landpartie. Hier habe ich schon darüber berichtet. Da hat es immer Publikum mit textilem Hintergrund, entsprechend sind die Gespräche oft eher „fachlicher“ Austausch zu Techniken oder zur Arbeitsweise der Gruppe. Diesmal war der Austausch wirklich zu den Themen. Die Besucher waren berührt. Ich denke es lag schon am Publikum, die keinen textilen Hintergrund oder Bezug hatten, sondern wirklich an der künstlerischen Umsetzung interessiert waren, aber auch vor allem an den Themen und wie wir es mit unserem jeweiligen Hintergrund umgesetzt haben. Wir sind sechs Textilkünster*innen, die seit 2012 zusammenarbeiten. Sieglinde Wischneswski, Klaus-Jürgen Hohmann, Martina Rug, Evi Mühlstedt, Marion Kranz (bis 2016), Alexandra Hense (ab 2016) und ich. Wir kommunizieren über eine geschlossenen Yahoogruppe. Bei unserem ersten Treffen haben wir festgestellt, dass drei aus Ostdeutschland kommen und drei aus Westdeutschland. Wir haben an diesem Wochenende viel über uns erzählt und gemerkt, dass wir alle die gleichen Themen haben, diese aber je nach Herkunft und Sozialisation unterschiedlich belegt sind. Das wollten wir im nächsten Round Robin umsetzen. Dabei sind diese sehr persönlichen Arbeiten entstanden. Ja, und Witzenhausen liegt direkt an der ehemaligen Grenze im Dreiländereck Hessen –Thüringen – Niedersachsen. Entsprechend kamen die meisten Besucher auch aus Hessen und Thüringen und hatten eine große Affinität zu unseren Themen und Geschichten. Es war beeindruckend. Manche kamen sogar am nächsten Tag nochmal wieder, weil sie immer wieder schauen mussten. Verrückt.

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass ich viel Zeit habe während der Ausstellungsbetreuung an den drei Tagen auch an meinen vorbereiteten Collagen zuarbeiten. Aber das hat nicht so ganz funnktioniert. Es gab zu viel zu sehen, staunen, hören und zu erzählen.








Diese Collagen bestehen diesmal nicht aus Papier, sondern aus Stoff. Darüber wurden Gemüsenetze mit Hitze aufgebracht und mit Wolle überfilzt. Jetzt wollte ich das ganze übersticken. Aber wie gesagt, ich bin nicht weit gekommen.