Sonntag, 26. Juni 2016

Stoffspielereien zum Thema Löcher

Heute geht es bei den Stoffspielereien um das Thema "Löcher".

Ich experimentiere sehr gerne mit Stoffen, die sich durch Hitze manipulieren lassen und in die man Löcher hineinfönt und -schmelzt, die man dann weiter bearbeiten kann, z. B. durch Sticken, entweder per Hand oder mit der Maschine.


Hier zwei Postkarten als Beispiel. Links habe ich gefärbtes und aufgenähtes Tyvek geschmolzen. Dies kann man mit einem Heißluftfön oder mit dem Bügeleisen machen. Wenn man ein Bügeleisen benutzt, empfiehlt es sich, ein Teflonsheet oder Backpapier zwischen Tyvek und Bügeleisenplatte zu legen, sonst kann es passieren, dass sich das Tyvek an der Platte  einbrennt.

Rechts wurde Organza in Schichten aufgelegt, durch Nähen fixiert und anschließend thermisch mit Hitze behandelt. Dadurch kann man Löcher einbrennen.



Hier zwei Beispiele von geschichtetem Organza, genäht und geschmolzen.


Hier einige Beispiele von Organza. Dabei sind nicht nur die verschiedenen Farben interessant, sondern auch die Beschichtung und die Art, wie sie gewebt sind. Dies hat alles Einfluß auf das Schmelzverhalten. Will man nur das Material verändern, schrumpfen oder bestimmte Formen erzielen, wie z. B. Löcher.


 Eine kleine Anleitung:

Bild 1 und 2: Auf einen Trägerstoff werden Stoffreste und Fäden in kontrastierenden Farben aufgelegt.

Bild 1

Bild 2
Bild 4 und 5: Hier kommt nun der Organza zum Einsatz. Besonders interssant wird das Endergebnis, das sogenannte Sandwich, wenn der Organza in verschiedenen Schichten und Farben aufgelegt wird.
Bild 3
 Jetzt alles gut mit Nadeln fixieren.
Bild 4
Wichtig ist, dass der Trägestoff sich nicht dehnt, wenn im nächsten Schritt alles festgenäht wird (Bild 5). Besser noch mit einem Stickvlies unterlegen und fixieren und alles zusammen gut rundherum einfassen mit einem Zickzack oder Overlockstich. Genäht wird freihand, d.h. der Transporteur wird versenkt oder abgedeckt (je nach Nähmaschine). Mit dem Stickfuss dann freihändig Muster und Linien auf das Sandwich nähen. Dabei schon vorab überlegen, wo die Löcher später geschmolzen (oder auch gerissen) werden sollen. An diesen Stellen besonders gut nähen, vor allem, wenn man sehr viele kleine und glitzernde Fäden mit eingearbeitet hat.
Bild 5
Wenn alles gut "festgezurrt" ist, kommt der Heißluftfön zum Einsatz. Bitte keinen aus dem Baumarkt verwenden, der für Möbelrestauration geeignet ist. Diese sind oft zu heiß. Meinen habe ich schon sehr lange und aus den USA importiert (embossing tool). Mittlerweile gibt es aber auf dem deutschen Markt auch Teile, die sich in verschiedenen Stufen regulieren lassen. Das ist natürlich besser. Ich reguliere durch unterschiedlichen Abstand.
Bild 6
Und hier das fertige Teil (Bild 7). Durch die verschiedenen Lagen kommen nun auch verschiedene Schichten durch das Schmelzuen zum Vorschein. Die Löcher können dann weiter bestickt werden.
Bild 7
Und hier geht es zu Frifris, wo sich weitere Löcher bestaunen lassen.

Kommentare:

  1. Liebe Ute,
    wir haben heute auch Löcher gemacht in Mull und mit toller selbstgemischter grün-brauner Farbe.
    Unser Atelier ist nun in Betrieb genommen. Wunderbar viel Platz!!!!
    Martina und Klaus

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  2. Ein ganz anderer Absatz für Löcher, das sind Idee, die ich gar nicht habe. Umso nehr freut mich diees Hinzulernen! Danke!
    LG Ines

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  3. Das ist ja eine komplett neue Technik (jedenfalls für mich). Und sehr interessante Ergebnisse. Das bietet bestimmt viele Möglichkeiten mit Texturen und Formen zu spielen.
    Vielen Dank fürs Zeigen!
    LG
    Marlene

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  4. Für kleine Textilkunstwerke ist das eine vielversprechend Technik, die ich bisher noch nicht gesehen habe. Sicher braucht es Übung und wie Du schreibst geeignete Ausrüstung bis man mit ansprechenden Ergebnissen belohnt wird.
    LG Ute

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  5. Bestaunen tu ich vor allem hier! Die Vielschichtigkeit und was verdeckt bleibt oder zum Vorschein kommt, finde ich großartig. Ich habe letztens einen Sack Stoffreste von einer Freundin bekommen, unter denen sich auch einige Organzareste befanden. Und nicht gewusst, was ich damit anfangen sollte. Trotzdem behalten, für alle Fälle. Und diese Fälle sind gerade eingetreten ;-) Herzlichen Dank fürs ausführliche Zeigen mit Tutorial! Liebe Grüße, Gabi

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  6. Raffiniert, so könnte man selber Ausbrenner hestellen. Ich komme mal schnell vorbei und schau mir das aus Nähe an!
    Löchrige Grüße, karen

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    1. KlAR DOCH, IMMER GERNE LIEBE KAREN.
      LG UTE

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